Modelle lackieren (varnishing)

Als ich mich nach einigen Jahren Hobbypause endlich mal wieder meine Malsachen herauskramte, machte ich zwischen einzelnen Malsessions teilweise mehrwöchige Pausen. (Ich hatte mich so langsam in meinen Beruf eingearbeitet und musste erst einmal wiederentdecken, wie es ist, mehr Freizeit zu haben.) Aus diesem Grund benötigte ich auch mehrere Monate (ich glaube, es war fast ein halbes Jahr), um meine erste „neue“ Warhammer 40.000 Einheit fertigzustellen. Es war zwar nur eine Einheit von 10 Grots, aber ich war trotzdem stolz, sie fertigbekommen zu haben und auch ansonsten zufrieden mit meinem Ergebnis.

Um meine Arbeit auch zu schützen, besprühte ich die Figuren alle mit Mattlack und stellte sie erst einmal zur Seite. Ich war wirklich bestürzt, als ich sie dann einen Tag später näher betrachtete und feststellte, dass die Figuren alle mit einem Grauschleier überzogen waren. Heute weiß ich, dass man diesen Effekt auch frosting nennt. Meine Arbeit hatte dabei wirklich Schaden genommen und viele Farben waren kaum noch zu unterscheiden. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte meine Malsachen wieder auf unbestimmte Zeit in den Schrank gestellt (und dann auch sicher nicht ein paar Jahre später damit begonnen, diesen Blog hier aufzubauen). Zum Glück tendiere ich zur Sturheit und habe weitergemacht. 🙂

In diesem Artikel möchte ich mich einmal ausführlich mit dem Lackieren (varnishing) unserer Modelle beschäftigen. Wenn du also wissen möchtest, welche grundsätzlichen Vorgehensweisen es gibt, worin sich unterschiedliche Lacke unterscheiden und natürlich auch, wie man das gefürchtete frosting vermeidet, dann wirst du hier fündig. Bezüglich des letzten Punktes möchte ich kurz vorgreifen: Seitdem ich weiß, worauf ich achten muss, ist mir das oben Beschriebene nicht mehr passiert. Für varnishing gibt es einige gute Gründe und solange man ein paar Punkte beachtet, muss man sich davor wirklich nicht „fürchten“. weiterlesen…

Value Sketching

Hin und wieder hört man von Miniaturenbemalern, dass sie im sketch style malen, value painting betreiben oder auch einen value sketch vornehmen. Für viele mögen allein schon diese Begriffe abschreckend wirken. Sie klingen so schön professionell, dass vermutlich nur echte Malprofis so etwas beherrschen. Doch wie so oft im Leben, sollte man sich hier von einem tollen Label weder täuschen noch abschrecken lassen. Value Sketching (so werde ich dieses Verfahren im Folgenden nennen) ist eine praktische Herangehensweise an das Bemalen von Miniaturen, die sowohl für denjenigen, der schnell zu recht passablen Ergebnissen kommen will, als auch für Vitrinenmaler hilfreich sein kann.

Letztendlich geht es um die Etablierung des Hell-Dunkel-Kontrasts auf deiner Miniaturen, bevor du mit dem eigentlichen Bemalen beginnst. Wenn dir der Begriff pre-shading etwas sagt, dann bist du bereits mit dem zugrundeliegenden Gedanken vertraut. Denn beim value sketching geht es lediglich um eine weitere (Über-)Steigerung des Effektes, der durch pre-shading erreicht wird. Sagt dir pre-shading nichts, ist das auch nicht weiter schlimm, denn auch darauf werde ich gleich noch eingehen.

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Verschmutzungen mit Ölfarben

In diesem Artikel geht es um… tja, um was geht es eigentlich? Ich habe ein recht klares Bild von dem Effekt im Kopf, über den ich dieses Mal schreiben möchte, aber es fällt mir schwer, diesen Effekt mit einem einzigen eindeutigen Wort zu benennen.

Gemeint sind von oben nach unten verlaufende Verschmutzungen, wie sie z.B. auf dem obigen Bild zu sehen sind (links etwas besser als rechts). Ich könnte also sagen, dass es um ölige Schlieren geht. Aber das ist nicht alles. Es geht auch um über Jahre hinweg entstandene Rostspuren und verlaufenes, eingetrocknetes Blut. Gemeinsam haben all diese Dinge, dass sie durch verlaufende Flüssigkeiten (meist ekliger Natur) und mangelhafte Wartung/ Pflege entstehen. (Sollte jemand eine bessere Idee für einen Titel dieses Artikels haben, bitte ich um Vorschläge in den Kommentaren.)

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Lackschäden mit Haarspraytechnik

Es gibt für viele Dinge ein erstes Mal. Manche ersten Male kommen früher als gedacht, andere lassen Jahre auf sich warten. Manchmal denkt man auch, dass man bestimmte Erfahrungen niemals machen wird. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass ich mir das erste Mal eine Dose Haarspray in einem Lebensabschnitt kaufe, in dem meine Haarpracht doch eher im Rückzug begriffen ist.

Vor einigen Monaten beschrieb ich, wie man Lackschäden mit der Schwammtechnik erzeugen kann. Doch natürlich ist das nicht die einzige Möglichkeit, die uns zur Verfügung steht, um abgeplatzten Lack und leichte Kampfschäden darzustellen. Eine weitere Methode ist die Verwendung von speziell dafür gedachten Mittelchen, wie beispielsweise dem Heavy Chipping Acrylic Fluid von AK Interactive (*) oder alternativ dazu: Haarspray.

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Washing, Öl & Email

Öl-Washes: Sie stinken, brauchen ewig zum Trocknen und machen einem die Pinsel kaputt… Ich liebe sie!

Der Umgang mit Öl-Washes gehört sicherlich nicht zu den ersten Dingen, die ein Einsteiger in unser Hobby lernen muss. Nachdem man aber schon ein klein wenig Erfahrung mit dem Bemalen von Miniaturen gesammelt hat, sollte man sich durchaus einmal mit diesem tollen, wenn auch von einigen Hobbyisten verschmähten, Hilfsmittel beschäftigen. Wie aus dem ersten Satz bereits deutlich geworden sein sollte, haben Öl-Washes durchaus ein paar Nachteile. Wenn man weiß wie, kann man diese jedoch bis zu einem gewissen Grad reduzieren. Darüber hinaus weisen sie ein paar klare Vorteile gegenüber Acryl-Washes auf, die zumindest für mich die Nachteile locker ausgleichen. Das bedeutet nicht, dass ich ausschließlich Öl-Washes verwende – keineswegs. Aber in bestimmten Situationen, vor allem, wenn ein starker Kontrast gewünscht ist, stellen Öl-Washes – trotz eines kurzfristigen Mehraufwandes – langfristig eine echte Zeitersparnis dar.

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Washing, Acryl

Eine der zeitsparensten Strategien beim Bemalen von Miniaturen ist sicherlich, dass man versucht die Form des Modells für sich arbeiten zu lassen. Eine typische Anwendungssituation für diese Strategie ist beispielsweise das Trockenbürsten, da hier das Modell dabei mithilft, dass Farbe an den gewünschten Stellen abgestriffen wird. Doch auch der Einsatz von Wash auf einer Miniatur (auch „shaden“ oder „tuschen“ genannt) fällt unter diese Strategie.

Das flüssige Wash fließt wie von Zauberhand in die Vertiefungen des Modells und betont dabei dessen Details. Eine gewashte Figur sieht immer schon viel fertiger aus als eine Miniatur, auf der nur die Grundfarben geblockt wurden. Es gilt somit vielen Hobbyisten als liquid talent (also flüssiges Talent) und ist deswegen auch Bestandteil des an anderer Stelle von mir beschriebenen Dreischritts für Einsteiger.

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Lackschäden mit Schwammtechnik

Es mag auf den ersten Blick unsinnig erscheinen: Zuerst gibt man sich viel Mühe damit, ein Modell möglichst sauber zu bemalen. Nur, um dann anschließend damit zu beginnen, es aussehen zu lassen, als hätte man es ein Jahr im Garten vergessen.

Doch eine gut bemalte Miniatur sollte immer auch eine Geschichte erzählen und Verwitterungen machen deutlich, dass beispielsweise ein Fahrzeug eben nicht gerade erst aus der Werkshalle gefahren kommt, sondern bereits an einem Feldzug teilgenommen hat.

Das Fahrzeug wird verstaubt und verschlammt sein, es wird an einigen Stellen etwas Rost angesetzt haben und sein Lack wird im Laufe der Zeit stellenweise abgeplatzt sein. Und genau diese Lackschäden sind es, mit denen ich mich in diesem Artikel beschäftigen möchte.

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Lasieren (Glazing)

Ja, ich gebe es zu. Bei dem Beitragsbild hier habe ich ein wenig geschummelt. Der Lanzenträger steht nur einmal auf meinem Schreibtisch. Ich habe dieses Modell auch nicht dreimal in jeweils einer anderen Farbe bemalt. Nein, ich habe lediglich ein Foto eines Lanzenträgers mit meinem Bildbearbeitungsprogramm kopiert und unterschiedlich eingefärbt. Was diese Schummelei soll? Nun, sie hilft mir ein wenig, eine weitere sehr wichtige Bemaltechnik zu erklären: Die Arbeit mit Lasuren bzw. glazing.

Ich bin selbst noch immer in der Experimentierphase, was diese Technik angeht. Leider habe ich glazing sehr lange vernachlässig, was nicht zuletzt auch daran lag, dass einige erste Versuche eher von Misserfolgen gekrönt waren. Mittlerweile weiß ich, woran das lag und hoffe, mit diesem Artikel dem einen oder anderen unnötige Misserfolge ersparen zu können.

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Feathering

Wenn ich mal wieder mit meinem Kaffeebecher auf dem Sofa kleckere, entsteht erst einmal ein kleiner Kaffeefleck. Dieser Fleck ist vielleicht nicht kreisrund, hat aber recht klar umrissene Ränder. Als der „ideale“ Hausmann, der ich bin, hole ich dann nicht etwa ein Tuch und tupfe den Fleck vorsichtig weg – also so wie meine Frau das von mir verlangt. Nein, ich reibe natürlich an dem Fleck herum. Auf diese Weise erreiche ich mehrere Dinge: Zum einen vergrößere ich den Umriss des Fleckes etwas und zum anderen verwische ich die Ränder – in der Regel so, dass man hinterher nicht mehr genau sagen kann, wo der Fleck anfängt und wo er aufhört. (Außerdem arbeite ich den Fleck unwiderruflich in unser Sofa ein – aber dieser letzte Punkt spielt für diesen Artikel keine Rolle.)

Mit ein klein wenig gutem Willen kann man behaupten, dass ich gerade mittels feathering ein blending erzeugt habe. Doch was ist das genau? (Und warum lässt meine Frau diese Ausrede nicht gelten?)

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Wet blending

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich erstmals an diese Technik herantraute. Mir war wet blending in der Theorie zwar schon lange ein Begriff, aber irgendwie hielt mich lange Zeit etwas davon ab, diese Technik einmal auszuprobieren. Während der Vorbereitung dieses Artikels bemerkte ich schnell, dass ich wohl kein Einzelfall bin, denn aus irgendeinem Grund besteht bei einigen Einsteigern eine gewisse Ehrfurcht vor dieser Technik. Doch warum ist das so? Und was verbirgt sich eigentlich genau hinter dem Begriff wet blending. weiterlesen…