Washing, Acryl

Eine der zeitsparensten Strategien beim Bemalen von Miniaturen ist sicherlich, dass man versucht die Form des Modells fĂŒr sich arbeiten zu lassen. Eine typische Anwendungssituation fĂŒr diese Strategie ist beispielsweise das TrockenbĂŒrsten, da hier das Modell dabei mithilft, dass Farbe an den gewĂŒnschten Stellen abgestriffen wird. Doch auch der Einsatz von Wash auf einer Miniatur (auch „shaden“ oder „tuschen“ genannt) fĂ€llt unter diese Strategie.

Das flĂŒssige Wash fließt wie von Zauberhand in die Vertiefungen des Modells und betont dabei dessen Details. Eine gewashte Figur sieht immer schon viel fertiger aus als eine Miniatur, auf der nur die Grundfarben geblockt wurden. Es gilt somit vielen Hobbyisten als liquid talent (also flĂŒssiges Talent) und ist deswegen auch Bestandteil des an anderer Stelle von mir beschriebenen Dreischritts fĂŒr Einsteiger.

Ähnlich dem TrockenbĂŒrsten kann man mit dieser Technik schnell gute Ergebnisse erzielen. Und Ă€hnlich dem TrockenbĂŒrsten ĂŒbertreiben es einige Maler mit ihrem Einsatz. Auch hierauf werde ich im Folgenden noch eingehen.

Wenn ich in diesem Artikel von Wash spreche, meine ich im Übrigen ausschließlich Acryl-Washes. Einen weiteren Artikel zum Einsatz von Öl-Washes findest du hier. Statt des Begriffs Wash verwenden einige Hobbyisten auch das Synonym Shade. (Eine Abgrenzung zu Inks, die nur auf den ersten Blick einem Wash Ă€hnlich sehen, findest du hier.)

Was ist ein Wash und was macht es aus?

Ein Wash besteht aus den gleichen Bestandteilen, wie jede andere Acrylfarbe, also Pigmenten, Bindemittel (Acryl), Lösemittel (Wasser) und ggf. weiteren FarbzusĂ€tzen (mehr Informationen dazu findest du hier). Allerdings weichen die VerhĂ€ltnisse der Bestandteile zueinander deutlich von denen einer „normalen“ Acrylfarbe ab.

Der Anteil der Pigmente ist vergleichsweise gering, da ein Wash nicht deckend aufgetragen werden soll. Außerdem ist der Anteil des Lösemittels höher als bei anderen Acrylfarben, da die Farbe sehr flĂŒssig sein sollte. Um die FließfĂ€higkeit des Wash noch weiter zu verstĂ€rken beinhalten Washes in der Regel auch flow improver.

Das Ergebnis dieser Mixtur ist also eine sehr flĂŒssige, nicht deckende Farbe mit guten Fließeigenschaften.

von links nach rechts: Dryad Bark (Acrylfarbe von GW); Brown Leather (Acrylfarbe von Scale 75); Agrax Earthshade (Wash/Shade von GW/Citadel)

Wie man in dem Beispielfoto oben sehen kann, decken die beiden „normalen“ Acrylfarben recht gut und lassen sich gleichmĂ€ĂŸig auftragen. Beim Wash hingegen scheint der Untergrund durch und die Pigmente sammeln sich an der Stelle, an der ich den Pinsel abgesetzt habe (da es hier keine Vertiefungen gibt, in die sie hĂ€tten hineinfließen können).

Wozu setzt man Wash ein?

Ich habe anfangs bereits GrĂŒnde, die fĂŒr den Einsatz eines Wash sprechen, angerissen. GrundsĂ€tzlich sind der Fantasie beim der Verwendung dieser dĂŒnnen Farben auch keine Grenzen gesetzt. Ich selbst setze Wash jedoch in der Regel aus den folgenden GrĂŒnden ein. Wobei natĂŒrlich nicht in jedem Fall jeder Grund zutrifft.

Stufenlose Schattierungen

Der vermutlich wichtigste Grund, aus dem man ein Wash einsetzt, wurde bereits genannt: Das Wash lĂ€uft in die Vertiefungen der Miniatur, dunkelt diese ab und erzeugt somit Schatten. Diese wiederum erzeugen Tiefe und lassen das Modell deutlich interessanter erscheinen. Hierbei handelt es sich nicht um einen „ganz oder gar nicht“-Effekt, sondern um ein graduelles PhĂ€nomen: Je tiefer eine Vertiefung liegt, desto mehr FlĂŒssigkeit sammelt sich darin und desto dunkler wird sie. Im Idealfall erhĂ€lt man durch den Einsatz von Wash also stufenlose Schattierungen auf dem Modell. (Ganz so simpel ist es dann leider meist doch nicht, aber dazu spĂ€ter mehr.)

Hervorheben von Details

Wash legt sich auch um kleinste Details, wie beispielsweise Nieten und Schraubenköpfe und betont sie auf diese Weise. NatĂŒrlich ĂŒberschneidet sich dieser Effekt auch mit dem vorher genannte Punkt. Man könnte dies auch als eine Art abgeschwĂ€chtes Blacklining bezeichnen. (Beim Blacklining setzt man eine dunkle Linie zwischen zwei Elemente einer Miniatur, um sie optisch klar voneinander zu trennen. Comiczeichnungen sind typische Vertreter dieses Stils.)

Abdunkeln der Grundfarben

Wenn man ein Wash großflĂ€chig auftrĂ€gt, dunkelt man automatisch auch die ursprĂŒngliche Grundfarbe ab. Dies ist z.B. praktisch, wenn man einem Modell einen insgesamt dĂŒsteren oder auch dreckigeren Look verpassen möchte. Außerdem kann man bewusst nur einzelne Stellen eines Modells abdunkeln, um den allgemeinen Kontrast zu erhöhen oder um ggf. den Blick auf andere (hellere) Stellen der Miniatur zu lenken.

Problematisch wird dieser Effekt oftmals dann, wenn man sich vermalt hat und etwas korrieren muss. Die eigentliche Grundfarbe ist heller als die mit einem Wash abgedunkelte FlÀche und Korrekturen stechen deshalb unschön heraus. Das erneute Abdunkeln der korrigierten Stellen ist möglich, sollte aber sehr sorgsam vorgenommen werden, damit keine Bereiche doppelt gewasht werden und somit noch dunkler geraten.

ZusammenfĂŒgen der Farben

Es bietet sich oftmals an, Bereiche auf einem Modell, die man mit unterschiedlichen Farben bemalt hat, mit dem gleichen Wash zu behandeln. Wenn ein Modell also zum Beispiel eine rote Tunika, braune LederbĂ€nder und silberne RĂŒstungsteile aufweist, kann man trotzdem alle Elemente gleichzeitig beispielsweise braun washen. Auf diese Weise verbindet man die einzelnen Elemente optisch zu einem Ganzen.

Skelett (Mantic) – links: nur Grundfarben geblockt; rechts: Grundfarben mit Wash

Alle bisher genannten Effekte lassen sich auf dem obigen Beispielfoto beobachten. Auf dem Skelett links wurde nur die Hauptfarben des Modells geblockt (Thar Brown und Decayed Metal von Scale 75, Khorne Red von GW und Gunmetal Grey von Vallejo Metal Color). Auf der rechten Seite sieht man die selbe Figur mit einer Schicht Agrax Earthshade von GW. Die roten Stofffetzen, aber auch die Knochen des rechten Skeletts, weisen unterschiedlich tiefe bzw. dunkle Schatten auf. Details wie die Knochen des Brustkorbes oder auch das Gesicht sind nun deutliche auszumachen. Das Modell wirkt insgesamt dĂŒsterer und die einzelnen Elemente der Miniatur sehen nicht mehr so aus, als wĂ€ren sie aneinandergeklebt.

Statt „normaler“ Grundfarben

Ein eher untypischer, aber durchaus interessanter Anwendungsbereich von Washes ist ihr Einsatz als „normale“ Farbe direkt auf eine helle Grundierung.

Poxwalkers (GW): Haut und Hörner wurden mit Washes bemalt

In dem Beispiel oben habe ich die Haut komplett mit Reikland Fleshshade und stellenweise mit Druchii Violet oder Athonian Camoshade bemalt (alles GW). Die Hörner haben zwei Schichten Athonian Camoshade erhalten. (Das Rezept stammt ĂŒbrigens aus einem Warhammer TV Video.) Lediglich die hellsten Highlights sind „normale“ Farben.

Das Ergebnis wirkt farblich eher entsĂ€ttigt (also bleich), aber durchaus organisch. Dadurch dass die Washes so flĂŒssig sind, laufen sie ineinander und vermischen sich an die Übergangsstellen. Das so erzeugte blending wirkt recht natĂŒrlich.

Welche Farbwahl ist sinnvoll?

GrundsĂ€tzlich muss ein Wash immer dunkler sein als der Farbton, auf den er aufgetragen wird. Wenn man eine rote FlĂ€che washen möchte, sollte das Wash also zumindest dunkelrot sein. Bei gelben FlĂ€chen bieten sich orange- oder auch sepiafarbene Washes an usw. Es gibt eigentlich fĂŒr alle Farben bereits passende Washes (beispielsweise von Vallejo (*) oder Games Workshop/ Citadel (*)). Weiter unten schreibe ich außerdem noch etwas dazu, wie man sich aus jeder Farbe sein eigenes Wash herstellen kann.

NatĂŒrlich wĂ€re es viel zu langweilig, wenn man jede Farbe immer nur mit einer leicht dunkleren Version ihrer selbst abdunkeln wĂŒrde. Je nachdem, welches Ergebnis man erzielen möchte, kann man selbstverstĂ€ndlich auch auf andere Farbtöne zurĂŒckgreifen.

So greifen beispielsweise viele Tabletop-Spieler, die naturgemĂ€ĂŸ viele Miniaturen in möglichst kurzer Zeit bemalen möchten, gerne auf Braun oder Schwarz zurĂŒck, da diese als „Schattenfarbe“ zu eigentlich jeder anderen Farbe passen. Wie oben bereits beschrieben, fĂŒhrt dies auch dazu, dass die unterschiedlichen Farben der Miniatur eine einheitliche Wirkung erzielen. In Kombination mit helleren Farbtönen fĂŒhrt diese Farbwahl jedoch zu einem unsauberen und ggf. fleckigen Ergebnis. Dieser Effekt kann jedoch durchaus erwĂŒnscht sein, um z.B. Schmutz darzustellen.

Je stĂ€rker der Farbton des Wash von der Grundfarbe abweicht, desto stĂ€rker verĂ€ndert sich natĂŒrlich auch das Erscheinen der Miniatur. Wenn man beispielweise ein rotes Wash auf eine gelbe FlĂ€che auftrĂ€gt, wird diese anschließend im Wesentlichen orange aussehen. Die Vertiefungen, in denen sich ja das meiste Wash sammelt, wird die FlĂ€che sogar eine rote Farbe angenommen haben. Dieses Vorgehen erinnert stark ans glazing (nur dass man die Farbe freier laufen lĂ€sst) und es macht durchaus Spaß einmal herumzuexperimentieren, wie sich der Farbton einer Miniatur durch unterschiedliche Washes manipulieren lĂ€sst.

Welche grundsÀtzlichen Vorgehensweisen gibt es?

GrundsĂ€tzlich kann man beim Einsatz von Wash zwei verschiedene Vorgehensweisen unterscheiden. Zum einen ist da das ganzflĂ€chige Washen, wie es oben bei dem Skelett zu sehen ist und zum anderen besteht natĂŒrlich auch die Möglichkeit, Wash selektiver einzusetzen. Man spricht dann vom pin washing. Ich erwĂ€hnte anfangs, dass manche Hobbyisten Wash (Ă€hnlich dem TrockenbĂŒrsten) zu exzessiv einsetzen. Gemeint sind dabei vor allem die FĂ€lle, in denen ein komplettes Modell gewasht wird, obwohl pin washing wohl die sinnvollere Wahl gewesen wĂ€re.

Worin unterscheiden sich ganzflÀchiges Washen und pin washing?

Wenn ich von „ganzflĂ€chig“ spreche, meine ich, dass ein Wash auf eine komplette zusammenhĂ€nge FlĂ€che aufgetragen wird. Dies muss nicht zwangslĂ€ufig ein komplettes Modell sein. HĂ€tte ich bei dem Skelett oben die Robe mit einem dunkelroten und die Knochen mit einem braunen Wash versehen, wĂŒrde ich noch immer jeweils von „ganzflĂ€chig“ sprechen, solange ich die rote bzw. beige/knochenfarbene FlĂ€chen jeweils mit einer durchgehenden Schicht Wash ĂŒberzogen hĂ€tte.

Beim pin-washing hingegen setzt man das Wash zielgerichtet nur an die Stellen, die es abzudunkeln gilt. Das „pin“ darin ist die Kurzform fĂŒr „pinpoint„, was man als „Nadelspitze“ ĂŒbersetzen kann (bzw. als Verb gelesen könnte es auch „genau festlegen“ bedeuten).

Ork Pikk-Up Fahrzeugteil (GW) – links: nur die Grundfarbe; rechts: Wash auf den gesamten Blechen sowie Pin-Washing in den Vertiefungen und um die Schrauben und Nieten

In dem Beispielfoto oben kann man rechts den Unterschied zwischen beiden Vorgehen sehen. Das Fahrzeugteil links wurde nur in der Grundfarbe Hellblau von Vallejo Model Air geairbrusht. Rechts wurden die mittig eingelassenen Bleche vollstÀndig gewasht. Alle anderen Vertiefungen dieses Bauteils wurden mit einem pin-washing versehen. (Dass die ungewashten blauen FlÀchen rechts heller wirken als links, hat lediglich etwas mit den LichtverhÀltnissen bei der Aufnahme des Fotos zu tun.)

Wann ist welche Vorgehensweise sinnvoll?

Je nachdem, welches Ziel ich mit dem Washen verfolge, mit welchen Modellen und mit welchen Farben ich arbeite, kann sich eher das eine oder das andere Vorgehen anbieten.

GanzflÀchig aufgetragenes Wash

Das ganzflĂ€chige Auftragen eines Washes ist sehr verlockend, da es sehr schnell geht. Vor allem dann, wenn man viele Miniaturen in einer kurzen Zeit bemalen möchte, lohnt es sich bei seiner Bemalplanung darĂŒber nachzudenken, welche Grundfarben sich leicht (zusammen) washen lassen.

Zudem sind die beiden oben von mir beschriebenen Punkte „Abdunkeln der Grundfarben“ und „ZusammenfĂŒgen der Farben“ nur mit diesem Vorgehen möglich.

Das ganzflĂ€chige Washen ist ideal dafĂŒr geeignet, auf Modellen mit vielen kleinen Strukturen eingesetzt zu werden. Felle, Kettenhemden, Schuppen etc. lassen sich viel schneller und (fĂŒr die meisten von uns auch) besser mit einem Wash herausarbeiten als mit unzĂ€hligen gezielten Pinselstrichen.

Dieses Vorgehen stĂ¶ĂŸt allerdings an seine Grenzen, wenn es um Modelle mit vielen großen und glatten FlĂ€chen geht.

Sector Mechanicus GelĂ€ndestĂŒck (GW): Das aufgetragenen Wash hinterlĂ€sst Flecken.

Wie in dem Beispielbild zu sehen ist, hat das Wash hier unregelmĂ€ĂŸige VerfĂ€rbungen und Flecken hinterlassen. Auf glatten FlĂ€chen mit vergleichsweise wenig Vertiefungen kann das Wash nirgends hinfließen und sammelt sich mehr oder weniger zufĂ€llig auf den FlĂ€chen. Wenn es dann trocknet, entstehen diese Flecken (auch coffee stains, also Kaffee Flecken, genannt). Zwar gibt es Möglichkeiten, diese Flecken zu reduzieren (siehe dazu weiter unten), doch eigentlich ist in diesen FĂ€llen der große Moment des alternativen Vorgehens gekommen.

Pin washing

Pin washing ist erst einmal deutlich zeitintensiver als das ganzflÀchige Washen. Allerdings relativiert sich dies etwas, wenn man die Zeit bedenkt, die die Korrektur von Flecken und ungewollten VerfÀrbungen in Anspruch nehmen kann.

Wie bereits oben angesprochen bietet sich der gezielte Einsatz von Wash vor allem bei Modellen mit vielen grĂ¶ĂŸeren und glatten FlĂ€chen an. Dies gilt beispielsweise fĂŒr Autos und Panzer, aber auch Battletech Mechs oder Games Workshops Space Marines.

Des Weiteren sollten man immer dann ĂŒber den Einsatz von pin washing nachdenken, wenn man mit hellen Farben arbeitet und ein farblich leuchtendes Ergebnis anstrebt. Washes dunkeln die darunterliegende Farbschicht immer ab. NatĂŒrlich könnte man nach dem ganzflĂ€chigen Washen auch nochmals die Grundfarbe an den höher liegenden Stellen auftragen, doch wĂŒrde man hier mehrere dĂŒnne Schichten benötigen, um zu einem sauberen und glatten Ergebnis zu kommen und das wiederum kostet dann wieder mehr Zeit als das pin washing.

Wie wendet man Wash an und was gibt es zu beachten?

Je nachdem, ob man das Wash ganzflÀchig oder gezielt auftrÀgt, gibt es unterschiedliche Dinge zu beachten.

In beiden FĂ€llen gilt jedoch: Bevor man den Pinsel das erste Mal mit dem Wash in BerĂŒhrung kommen lĂ€sst, sollte man ihn in sein Wasserglas tunken und kurz auf etwas Haushaltspapier oder Ähnlichem abtupfen. Feuchtet man den Pinsel nicht an, zieht sich das Wash sofort durch die Haare in den Bereich der Zwinge (zum Aufbau eines Pinsels siehe auch hier). Dort lĂ€sst dich die Farbe kaum noch herausbekommen und ruiniert einem frĂŒher oder spĂ€ter den Pinsel.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Farben kann Wash so einsetzen, wie man es gekauft hat. Ein weiteres VerdĂŒnnen/ Strecken ist nicht zwingend notwendig. Warum es trotzdem oftmals eine gute Idee ist, erfĂ€hrst du weiter unten.

GanzflÀchig aufgetragenes Wash

Der Pinsel

FĂŒr diesen Einsatz von Wash ist es von Vorteil, wenn man mit einem Pinsel mit bauchigem Besatz arbeitet, der ausreichend FlĂŒssigkeit aufnehmen kann. Es ist dabei empfehlenswert, nicht seinen besten Pinsel zu verwenden, da die Gefahr, dass beim Washen Farbe in den Bereich der Zwinge gerĂ€t, doch recht groß ist.

Auftragen des Washes

Im Vergleich mit anderen Farben kann man Wash recht großzĂŒgig auftragen. Denn man möchte ja, dass die Farbe in die Vertiefungen des Modells laufen kann. Ich empfinde es als ideal, wenn sich die Haare meines Pinsels schon etwas auffĂ€chern, weil sie sich mit FlĂŒssigkeit vollgesogen haben. Gleichzeitig sollte aber kein dicker Tropfen an der Pinselspitze hĂ€ngen, denn man möchte seine Miniatur ja auch nicht völlig ĂŒberfluten. Zum einen lĂ€uft ĂŒberschĂŒssige Farbe ohnehin an der Miniatur herunter und verursacht unter UmstĂ€nden eine Sauerei auf dem Arbeitsplatz. Zum anderen – und das ist das eigentliche Problem – trocknen zu tiefe Wash-PfĂŒtzen sehr unsauber: Es entstehen unschöne RĂ€nder und einige dunkle Washes trocknen mit einem hellgrauen bis weißen Schleier (Nuln Oil von GW/Citadel ist dafĂŒr berĂŒchtigt). Letzteres liegt vermutlich daran, dass die Farbe an der OberflĂ€che schneller als der darunterliegende Rest trocknet. Die Feuchtigkeit in der Farbe kann also nicht vollstĂ€ndig entweichen und fĂŒhrt zu diesem Grauschleier.

Sobald sich das Wash auf der Miniatur befindet, kann man damit beginnen, die Farbe weiter zu verteilen bzw. hin- und herzuschieben. Da Wash so flĂŒssig ist, hat man ausreichend Zeit dazu. Achte dabei besonders darauf, dass du jede Stelle der zu washenden FlĂ€che auch wirklich mit Farbe benetzt. Übersiehst du etwas, sticht diese Stelle spĂ€ter farblich deutlich heraus.

Der VollstĂ€ndigkeit halber möchte ich an dieser Stelle noch auf das sogenannte dipping verweisen. Dabei wird die Miniatur einfach in eine große Farbdose mit Wash getaucht. Anschließend lĂ€sst man ĂŒberschĂŒssige Farbe abtropfen. Recht bekannt ist dabei das Produkt von Army Painter (*), das auch gleichzeitig als Schutzlack fungiert. Ich persönlich kann dieses Verfahren nicht empfehlen, da das Ergebnis doch recht grob ausfĂ€llt. Wenn man damit zufrieden ist (weil man z.B. unzĂ€hlige Miniaturen in kurzer Zeit bemalen möchte), mag diese Methode einen Versuch wert sein – ich selbst kann mich damit nicht anfreunden.

Flecken und Grauschleier vermeiden

Um auffĂ€llige TrocknungsrĂ€nder oder gar Grauschleier zu vermeiden, solltest du dir die Vertiefungen des Modells noch einmal genau ansehen. Hast du den Eindruck, dass sich darin ĂŒbermĂ€ĂŸig viel Farbe sammelt, kannst du diese mit deinem Pinsel wieder entnehmen. Halte dazu einfach deine (abgetrocknete) Pinselspitze in die Mitte der Vertiefung und ein Teil des Washes wird sich in den Pinsel ziehen. Was genau „ĂŒbermĂ€ĂŸig viel Farbe“ ist, lĂ€sst sich pauschal nicht 100%ig genau bestimmen. Es ist aber durchaus sinnvoll vorerst nur eine Testminiatur zu washen (ggf. ein Foto zu machen) und trocknen zu lassen. Dieser Test dient dann (ggf. zusammen mit dem Foto) als Orientierungspunkt, ob man beim nĂ€chsten Mal mit etwas mehr oder weniger Wash arbeiten sollte. Nachdem man ein paar Miniaturen bemalt hat, hat man aber ohnehin ein GefĂŒhl fĂŒr die richtige Menge.

Es ist empfehlenswert seine Miniatur nach wenigen Minuten noch einmal in die Hand zu nehmen und erneut nach unerwĂŒnschten PfĂŒtzen zu ĂŒberprĂŒfen. Es dauert teilweise etwas, bis das Wash seinen Weg findet.

Eine andere Möglichkeit, um ein unsauberes Ergebnis zu vermeiden, ist das Strecken des Washes mit einem entsprechenden Medium (warum der Begriff „verdĂŒnnen“ in diesem Fall nicht ganz korrekt ist, erfĂ€hrst du hier). Ich persönlich verwende hierzu ausschließlich Lahmian Medium von GW, da dessen Konsistenz genau der Konsistenz eines Washes entspricht. Von einem VerdĂŒnnen mit Wasser wĂŒrde ich bei Washes abraten, da dies das Entstehen von Grauschleiern eher noch begĂŒnstigt (was vermutlich an dem unterschiedlichen Trocknungsverhalten von Medium und Wasser liegt). Das gestreckte Wash jedenfalls beinhaltet – gemessen an seiner Gesamtmenge – weniger Farbpigmente als das reine Wash. Die Chance, dass sich die Pigmente unerwĂŒnscht stark an bestimmten Stellen ablagern, ist also geringer.

Metallics

Die meisten Washes trocknen recht matt, was ĂŒblicherweise zur Folge hat, dass Metallic-Farben ihren Glanz verlieren. Dieser Effekt kann bei verwittertem Metall durchaus erwĂŒnscht sein, ist aber oftmals eher störend.

Wenn man vorhat nach dem Washen der Miniatur ohnehin noch Highlights zu setzen (egal ob durch TrockenbĂŒrsten, Kantenakzente oder anderes) und man dafĂŒr eine Metallic-Farbe verwendet, reicht dies meistens aus, um einen angemessenen metallischen Glanz zu erzeugen. Den meisten Betrachtern wird vermutlich gar nicht auffallen, dass eigentlich nur noch Teile des Metalls glitzern.

Eine andere Möglichkeit stellt das anschließende Lackieren der metallischen Bereich mit Glanzlack dar (beispielsweise mit GWs/Citadels Ardcoat (*)). Der erzielte Effekt unterscheidet sich zwar durchaus etwas vom Glitzern einer Metallic-Farbe, ist aber fĂŒr viele Hobbyisten ĂŒberzeugend genug.

Letztendlich bleibt noch die Möglichkeit, metallische Bereiche beim Washen einer Miniatur einfach auszusparen bzw. sie ganz gezielt nur an einzelnen Stellen zu washen.

Nachbearbeitung

Die Nachbearbeitung der gewashten Stellen ist ein optionaler Schritt und hÀngt davon ab, welches farbliche Ergebnis du erzielen möchtest und du ggf. noch Unsauberkeiten ausbessern möchtest.

„Nachbearbeitung“ kann hier z.B. bedeuten, dass du eine Stelle noch einmal mit einem Wash versiehst, um einen noch stĂ€rkere Effekt zu erzielen.

Vor allem bei besonders kleinen Miniaturen oder Figuren mit vielen Details kann es aber auch bedeuten, dass man eine weitere Schicht der Grundfarbe (oder auch mehrere) auf alle Stellen bis auf die Vertiefungen aufbringt, um den ursprĂŒnglichen Farbton wieder hervorzuholen. Ein Beispiel fĂŒr dieses Vorgehen findest du im 2. Schritt meines Dreischritts fĂŒr Einsteiger. Dieses Vorgehen ist auch recht typisch fĂŒr die Bemalanleitungen von Games Workshop, die sich im White Dwarf oder auf Warhammer TV finden lassen.

Pin-washing

Der Pinsel

Der Pinsel sollte eine recht gute Spitze haben, da man ja Punktgenau arbeiten können möchte. Der Haarkörper muss nicht so breit sein wie beim oben beschriebenen Verfahren, aber ein wenig Volumen hilft auch hier, damit nicht immer wieder abgesetzt werden muss. Ich verwende fĂŒr diese Arbeiten einen da Vinci Serie 1526Y, GrĂ¶ĂŸe 2 (*).

Vorbereitung der OberflÀche

Wenn man möchte, kann man die zu washende OberflĂ€che mit einem Glanzlack versiegeln. Dieser Schritt ist keinesfalls zwingend notwendig, kann einem die Arbeit jedoch durchaus erleichtern. GrundsĂ€tzlich kann man hierfĂŒr SprĂŒhlack aus der Dose (z.B. von Vallejo (*)) oder auch Lack zum Airbrushen oder Aufpinseln verwenden (z.B. wiederum von Vallejo (*)). Das Aufpinseln des Lacks zu diesem Zweck funktioniert allerdings nur mit gewissen EinschrĂ€nkungen, da man Gefahr lĂ€uft den Lack zu dickflĂŒssig aufzutragen und eine Pinselstrichstruktur zu hinterlassen. Diese wiederum könnte das Fließen des Washes behindern.

Die vom Glanzlack erzeugte OberflĂ€che ist sehr glatt – glatter als die einer normalen Acrylfarbe. Dem Wash wird dadurch seine Aufgabe erleichtert, in die vorgesehenen Vertiefungen zu rutschen – es fließt dabei teilweise von alleine an die richtigen Stellen. Die Arbeit geht einem also leichter von der Hand. Noch besser funktioniert dies, wenn man mit einem gloss Wash arbeitet. Games Workshop beispielsweise bietet seine drei besonders beliebten Washes Reikland Fleshshade, Nuln Oil und Agrax Earthshade auch in einer gloss Variante (*) an.

Wenn man nach dem Washen (und der eventuell notwendigen Nachbearbeitung) seine Miniatur mit einem Mattlack versieht, verschwindet der Glanz des Glanzlacks und man kann, wenn man möchte, seine Modell in Ruhe weiterbemalen.

Auftragen des Washes

Das Wash wird mit dem Pinsel ziehend aufgetragen. Dabei ist nahezu kein Druck nötig. Normalerweise beginne ich an einer Ecke und ziehe die Farbe an einer Innenkante oder Vertiefung entland.

Wenn man das Modell vorher mit Glanzlack behandelt hat und/oder die Strukturen des Modells es hergeben, lĂ€uft dabei das Wash teilweise von alleine an den Vertiefungen und Innenkanten entlang. In diesen FĂ€llen ist zu beachten, dass sich das Wash immer den Weg des geringsten Widerstands suchen wird. Das bedeutet z.B. das es an den Linien entlanglĂ€uft, wo zwei FlĂ€chen aufeinandertreffen. Die OberflĂ€chenspannung der FlĂŒssigkeit ist so gering beschaffen, dass das Wash gute Fließeigenschaften aufweist und teilweise wie von selbst lĂ€uft. Gleichzeit ist aber noch genug OberflĂ€chenspannung vorhanden, dass es sich an Kanten des Modell „festhĂ€lt“ und an ihnen entlangfließt.

Dieser Effekt funktioniert nicht ĂŒberall gleich gut und, wie gesagt, die Form des Modells spielt dabei natĂŒrlich eine Rolle. An der Stelle, auf die der obere Pfeil zeigt, musste das Wash von mir komplett mit der Pinselspitze gezogen werden. Es hat sich also in der Handhabung nur wenig von „normaler“ Farbe unterschieden.

Bei der Niete, die vom mittleren Pfeil angezeigt wird, lief das Wash schon eigenstĂ€ndiger um die Form herum. Bei solchen Nieten oder Bolzen reicht es oft, wenn man einen kleinen Tropfen Wash oben auf die Niete gibt. Das Wash fließt grĂ¶ĂŸtenteils von der Niete herunter und um sie herum. Anschließend kann man die höchste Stelle der Niete noch mit etwas Haushaltspapier oder auch einfach dem Finger abtupfen und so von Washresten befereien.

Bei der Stelle, die vom unteren Pfeil angezeigt wird, habe ich das Wash einfach nur zweimal in die Vertiefung getupft und das Wash hat sich seinen Weg selbst gesucht.

Das Hervorheben von Innenkanten und Vertiefungen durch feine (meist dunkle) Linien, wird im Übrigen auch panel lining genannt.

Nachbearbeitung

Entscheidet man sich bei der Vorbereitung der OberflĂ€che fĂŒr einen SprĂŒhlack aus der Dose (wie beispielweise den Acrylic Gloss Varnish von Vallejo (*)), hat dies sogar noch einen weiteren Vorteil: Trocknet etwas Wash an einer unerwĂŒnschten Stelle an, kann man dies mit einer Pinselspitze Airbrush Reiniger (*) normalerweise recht gut entfernen. Der SprĂŒhlack ist dabei so robust, dass man an der entsprechenden Stelle durchaus etwas herumwischen kann, ohne dass man Sorge haben muss, darunterliegende Farbschichten zu beschĂ€digen. FĂŒr diese Aufgabe bietet sich ein Q-Tipp (*) oder Ă€lterer Pinsel an.

Alternativ kann man natĂŒrlich auch unsauber verlaufenes Wash mit dĂŒnnen Schichten der Grundfarbe ĂŒbermalen.

Welche Washes sind empfehlenswert?

Meine persönlichen Favoriten sind die Washes bzw. Shades von Games Workshop/ Citadel (*). Sie weisen genau die FließfĂ€higkeit auf, mit der ich gerne arbeite. Vor allem, wenn man sie mit etwas Lahmian Medium streckt, trocknen sie vergleichsweise fleckenfrei. Außerdem gibt es zwölf verschiedene Farbtöne, aus denen man wĂ€hlen kann – auch wenn mir das weniger wichtig ist. Wie bereits weiter oben geschrieben, gibt es auch drei Farbtöne als gloss Variante, was sehr praktisch sein kann. Ein gewisser Nachteil ist jedoch der Preis. Mit etwas ĂŒber 6 Euro fĂŒr ein 24 ml FlĂ€schchen sind sie ziemlich teuer. Ich selbst verbrauche dann jedoch doch nicht so viel davon, dass mich der Preis abschrecken wĂŒrde. Allerdings wird jemand, der besonders viel Wash einsetzt, z.B. weil er viel GelĂ€ndestĂŒcke bemalt, vielleicht doch ĂŒber eine gĂŒnstigere Alternative nachdenken.

Zu diesen Alternativen zĂ€hlen sicherlich die Washes von Army Painter. Vor allem Quickshade Strong Tone (*) ist sehr beliebt und ein guter Ersatz fĂŒr Agrax Earthshade. Mit etwas ĂŒber 3 Euro fĂŒr 18 ml ist dieses Wash deutlich gĂŒnstiger. (Hinweis: Man sollte sich nicht dadurch irritieren lassen, dass es als „Ink“ beworben wird. Es handelt sich dennoch um ein Wash.)

Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich auch die Contrast Farben von Games Workshop/ Citadel als Wash nutzen lassen, wenn man sie mit dem dazugehörigen Contrast Medium streckt. (Das genaue VerhĂ€ltnis variiert von Farbe zu Farbe. Als groben Richtwert kann man 1:1 annehmen.) Kostentechnisch bietet dies zwar keinen Vorteil, doch erhĂ€lt man hierdurch eine noch grĂ¶ĂŸere Auswahl (34 Farben!) an (fast) fertigen Washes.

Neben den Marken der Washes stellt sich natĂŒrlich auch die Frage, welche Farbtöne man wirklich benötigt. Eine breite Auswahl zur VerfĂŒgung zu haben, kann praktisch sein, doch ich persönlich greife vermutlich in 95% aller FĂ€lle auf eine der folgenden Farben zurĂŒck: Schwarz, Braun, Sepia oder Fleischfarben/Rotbraun. Ansonsten hĂ€ngt die Wahl der nötigen Farbtöne natĂŒrlich auch immer vom eigenen Projekt ab.

FĂŒr die wenigen FĂ€llen, in denen man einmal eine andere Washfarbe benötigt, kann man sich diese auch recht leicht selbst herstellen. Das Herstellen eigener Washes ist sicherlich auch fĂŒr diejenigen interessant, die viel davon verbrauchen. Selbst gemachte Washes sind gĂŒnstig, allerdings bekommt man einen Teil der Zutaten dafĂŒr nur in recht großen Gebinden und diese sind wiederum fĂŒr viele von uns schlichtweg ĂŒberdimensioniert.

Wie stelle ich mein eigenes Wash her?

Ein Wash lĂ€sst sich mit wenig MĂŒhe aus Acrylmedium, flow improver, destilliertem Wasser und „normaler“ Acrylfarbe zusammenmischen. Man findet dabei im Internet, u.a. auf YouTube eine ganze Reihe von möglichen Rezepten. Wie genau man die einzelnen Teile zusammenmischen sollte, hĂ€ngt allerdings natĂŒrlich auch von den eigenen Bemalvorlieben ab. Letztendlich ist neben der Preisfrage auch die Individualisierung des Washes ein Argument fĂŒr das eigene Anmischen.

Ich möchte an dieser Stelle eine Mischung empfehlen, das ich aus einem von Lester Bursley Videos kenne: Man mischt dabei destilliertes Wasser mit flow improver in einem VerhĂ€ltnis von 10:1 (also beispielsweise 100 ml Wasser mit 10 ml Farbflussverbesserer). Diese FlĂŒssigkeit wird dann wiederum in einem 1:1 VerhĂ€ltnis mit Acrylmedium/ Mattmedium gemischt (also z.B. 110 ml Wasser-flow improver-Gemisch mit 110 ml Medium). Sowohl Mattmedium als auch Farbflussverbesserer gibt es von allen möglichen Herstellern fĂŒr KĂŒnstlerbedard, wie beispielsweise Liquitex (*). Das Ergebnis ist ein farbloses Wash (oder auch ein Lahmian Medium Ersatz).

Um das Wash nun noch einzufĂ€rben verwendet man einfach „normale“ Acrylfarbe oder aber – vor allem wenn man ein möglichst transparentes Wash anstrebt – ein Ink. Die Farbmenge ist dabei so gering, dass man sie in Tropfen angeben kann. Das genaue MischungsverhĂ€ltnis hĂ€ngt natĂŒrlich von der Farbe ab – sowohl von der Marke als auch vom Farbton. Marken, deren Farben sich durch eine hohe Pigmentdichte auszeichnen, benötigen weniger Tropfen als Farben mit eher wenigen Pigmenten. Von helleren Farbtönen benötigt man mehr Tropfen als von dunklen Farbtönen. Als ganz groben Richtwert kann man 1 Tropfen pro ml FlĂŒssigkeit ansehen. Das bedeutet, dass man pro Töpfchen der aktuellen Games Workshop/Citadel Wash Serie nur etwa 24 Tropfen Farbe brĂ€uchte.

Es ist dabei grundsĂ€tzlich sinnvoll, sich „von unten“ an die korrekte Farbmenge heranzutasten. Wenn man beispielsweise ein schwarzes Ink (sehr farbintensiv) zum EinfĂ€rben des Washes verwendet, sollte man die 1-Tropfen-pro-ml-Regel deutlich unterschreiten und eher mit 1 Tropfen auf 2 ml beginnen. NachfĂ€rben ist spĂ€ter jederzeit möglich – herausfiltern von Pigmenten oder gar Farbstoffen klappt jedoch nicht (ohne entsprechende LaborausrĂŒstung 😉 ).

Abschließende Bemerkungen

Dieser Artikel ist mal wieder recht lang geworden – deutlich lĂ€nger als ich vor dem Beginn des Schreibens vermutet hĂ€tte. Wenn du bis zu diesem Punkt durchgehalten hast, dann danke ich dir fĂŒr deine Aufmerksamkeit und hoffe, dass vielleicht die eine oder andere nĂŒtzliche Information fĂŒr dich enthalten war.

DemnĂ€chst (vermutlich in meinem nĂ€chsten Artikel) werde ich noch einmal gesondert auf den Einsatz von Öl-Washes eingehen.

6 Replies to “Washing, Acryl”

  1. Habe zu den letzten paar Artikeln nichts geschrieben daher nun hier gesammelt: Danke fĂŒr deine ausfĂŒhrlichen Berichte. Lass sie ruhig so lang, genau das zeichnet sie auch aus. Wenn ich kurze Übersichten zu einem Thema haben will finde ich die zuhauf, solche detaillierten Beschreibungen zu den Themen gibt es sehr selten.

    Zum Thema: Von den GW Washes benutze ich Seraphim Sepia sehr viel auf Gold und auch Reikland Fleshshade wird hÀufig benutzt. Die Washes von Army Painter kann ich ebenfalls sehr empfehlen. Ich nutze neben Strong Tone (Braun) und Dark Tone (Schwarz) noch Light Tone (helleres Braun, wenn die Kontraste nicht so stark ausfallen sollen) und Red Tone (Rot) und bin ebenfalls sehr zufrieden mit denen.
    Den von dir angesprochenen Preis finde ich dabei tatsĂ€chlich einen nicht zu verachtenden Aspekt. Zudem nerven mich die GW Farbtöpfe. Ich hatte schon so hĂ€ufig Probleme mit den Gumminubsies hinten oder eben auch dem Verschluss ganz allgemein, dass mir die Droppen Bottles lieber sind. Wenn man dann noch weniger bezahlt ist es natĂŒrlich umso besser.

    Ebenfalls empfehlenswert finde ich die Washes von Vallejo, habe da aber erst seit kurzem Erfahrungen mit gesammelt. Gut gefĂ€llt mir zum Beispiel „Pale Grey“ welches sich sehr gut fĂŒr Schattierung von weissen Stellen eignet, weil es in den Ritzen einen leicht grĂ€ulichen Schleier hinterlĂ€sst.

    „Wood Grain“ und „Smoke“ gelten als Translucent Washes bei Vallejo die ich mir als Contrast Alternative zugelegt habe (nur zum Testen eigentlich). Smoke ist aber eine sehr merkwĂŒrdig dickflĂŒssige Farb/Washmischung und mir bisher doch nicht so klar, wo ich das verwenden soll. Wood Grain hingegen ist ganz nett und geht, aufgetragen auf eine helle Grundfarbe, tatsĂ€chlich in eine Contrast Richtung.

    Meinst du denn, dass auch mit Pinsel aufgetragener Glanzlack die Fliesseigenschaften positiv beeinflussen wĂŒrde? An SprĂŒhlack traue ich mich nicht dran und lackiere daher nur mit Pinsel, kann mir aber vorstellen, dass das nicht glatt genug ist im Vergleich zur SprĂŒhvariante.

  2. Hallo Morente,

    vielen Dank fĂŒr dein ausfĂŒhrliches Feedback. Es fĂ€llt mir grundsĂ€tzlich schwer, mich kurzzufassen und dass es fĂŒr meine lĂ€ngeren Texte auch eine Zielgruppe gibt, freut mich natĂŒrlich.

    Das Aufpinseln von Glanzlack funktioniert, allerdings nur mit klaren EinschrÀnkungen, da dieser schnell zu dick aufgetragen werden kann und dann ggf. eine Pinselstrichsruktur aufweist. (Ich werde das jetzt gleich auch noch im Artikel ergÀnzen.) Der Vorteil ist allerdings, dass er zielgerichtet auch auf Details aufgetragen werden kann, wenn man den Rest des Modells nicht lackieren möchte.
    Das AufsprĂŒhen von Glanzlack mit einer Dose ist allerdings im Vergleich zu Mattlack eher unproblematisch und durchaus eine Überlegung wert. In meinem nĂ€chsten Artikel zum Öl-Wash werde ich darauf auch noch mal eingehen. Richtig gut funktioniert das Lackieren natĂŒrlich mit nem Airbrush (wenn man denn zu den GlĂŒcklichen gehört, die auf einen zugreifen können), weil der Lack hauchdĂŒnn aufgetragen werden kann und man theoretisch zig Schichten ĂŒbereinanderlegen könnte.

    Vielen Dank auch zu deinen Erfahrungsberichten zu den Washes anderer Anbieter. Die Washes von Vallejo habe ich bisher (und das ĂŒberrascht mich sehr) bisher noch nicht ausprobiert. Die Erfahrungsberichte, die ich dazu gelesen bzw. angeschaut habe, sind unterschiedlich ausgefallen. Manche sehen sie Ă€hnlich positiv wie du, andere weisen darauf hin, dass sie eher zu Flecken neigen als die GW Washes. Preislich sind sie ja wirklich attraktiv, aber da ich sie bisher noch nicht ausprobiert habe, habe ich sie in meinem Artikel auch nicht erwĂ€hnt. Deine positiven Erfahrungen motivieren mich aber, das nachzuholen.

  3. Vielen Dank fĂŒr fĂŒr deine tolle Arbeit.
    Die Grundlagen sind wirklich verdammt gut geschrieben.
    Ist eine enorme Hilfe.

    GrĂŒĂŸe
    Christian

  4. Sehr informativer Beitrag. Wie alle deiner bisherigen Artikel. Großen Respekt und vor allem auch Dank fĂŒr die MĂŒhe, die du dir gibst. Mach weiter so, gerne weiterhin so ausfĂŒhrlich. Das machen deine Artikel ja auch aus!
    Viele GrĂŒĂŸe
    Chris

    1. Hallo Chris,
      vielen Dank fĂŒr die freundlichen Worte. Der nĂ€chste Artikel (in gewohnter LĂ€nge 🙂 ) sollte auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ich wollte heute am frĂŒheren Abend eigentlich noch etwas Zeit in den Artikel stecken, doch mein Computer hatte kurz vorher (von mir unbemerkt) beschlossen, erst einmal fĂŒr ein paar Stunden upzudaten… Aber das Wochenende hat ja gerade erst begonnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.