Wie werde ich besser?

Früher oder später wird sich jeder halbwegs ambitionierte Mini-Bemaler diese einfache Frage stellen: „Wie werde ich besser?“ Als Antwort darauf hält die deutsche Sprache eine Reihe von Sprichwörter parat. Beispielsweise: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen,“ oder: „Übung macht den Meister.“ Diesen Sprichwörtern ist gemein, dass sie deutlich machen möchten, dass Können Zeit erfordert.

Die Antwort auf die oben gestellte Frage könnte also ganz einfach lauten: „Verbringe so viel Zeit wie möglich mit deinem Hobby.“ Oder noch knapper: „Übe! Übe! Übe!“ Doch diese pauschale Antwort bringt uns letztendlich nicht viel weiter. Mir zumindest stellen sich darauf gleich zwei weitere Fragen:

Frage 1: Wie bringe ich dauerhaft die Motivation auf, regelmäßig viel Zeit in mein Hobby zu investieren?

Erfolgreiches Lernen ist eng mit hoher Motivation verknüpft. Zum einen fällt es uns in der Regel leichter, Dinge zu lernen, wenn eine positive Grundstimmung (in uns) vorherrscht. Zum andere bedeutet eine hohe Motivation auch, dass wir bereitwillig mehr Zeit in etwas investieren. Und gerade dann, wenn es um das Erwerben von Fähigkeiten und nicht nur das reine Aneignen von Wissen geht, bleibt Zeit eben ein sehr wichtiger Faktor.

Die meisten Hobbyisten kennen sicherlich diese Zeiten, in denen man sich einfach nicht aufraffen kann, etwas für sein Hobby zu tun. Eigentlich will man ja, aber dann sind da noch so viele andere Ablenkungen, die oftmals auch viel bequemer (weil passiver) sind. Wenn man dann doch wieder nur einen Abend lang Netflix-Serien geschaut oder an der Playstation gesessen hat, ärgert man sich hinterher unter Umständen darüber.

Wie besiege ich also meinen inneren Schweinehund und halte meine Motivation aufrecht?

Frage 2: Ist Zeit wirklich der einzige relevante Faktor beim Erlenen einer Fähigkeit?

Leider ist das Erlernen von Fähigkeiten kein gerader Weg und verläuft schon gar nicht wie die Gerade in einem linear ansteigendem Graphen. Nur weil ich beispielsweise doppelt so viel Zeit mit Malen verbringe als jemand anders, bedeutet das nicht, dass ich auch doppelt so gut wie dieser andere werde. Dennoch stehen meine Chancen, besser zu werden als jemand, der weniger malt, nicht schlecht.

Worum es mir in diesem Artikel geht:

Ursprünglich hatte ich geplant, jeweils einen eigenständigen Artikel über Motivation in unserem Hobby und über Lerntheorie zu schreiben. Bei der Vorbereitung wurde mir jedoch noch einmal deutlich, dass man Motivation und Lernen eigentlich nicht trennen kann. Beide Aspekte sind meiner Meinung nach einfach zu eng miteinandern verknüpft, als dass man sie problemlos separat betrachten könnte und so werde ich in diesem Artikel auch immer einmal zwischen beide Aspekten (bzw. beiden oben gestellten Fragen) hin- und herspringen.

Ich versuche also mit diesem Artikel einige Hinweise zu geben, wie wir Motivationstiefs begegnen können und zudem lerntechnisch das Beste aus der Hobbyzeit machen. Mir ist natürlich absolut klar, dass es noch viele andere Gründe gibt, sein Hobby zu betreiben. Lerneffektivität ist sicherlich nicht immer und nicht für jeden Hobbyisten von besonderer Bedeutung. Da ich mich aber in diesem Artikel mit der Frage beschäftige, wie man ein besserer Mini-Bemaler werden kann, werde ich im Folgenden einfach so tun, als wäre dies unser aller Hauptanliegen.

Ich werde im Folgenden mit einer Reihe von Hinweisen beginnen, die sich eher auf unser „Mindset“ beziehen und dabei zumindest teilweise auf Erkenntnisse aus der Lernpsychologie eingehen. (Ich bleibe dabei aber auf einer grundlegenden Ebene, die für unsere Zewcke auch völlig ausreichend ist.) Anschließend werde ich auch einige konkrete Tipps geben, die sich im Hobbyalltag im Prinzip sofort umsetzen lassen. Ich hoffe sehr, dass es mir dabei gelingt, nicht zu sehr belehrend aufzutreten (also eben nicht: „So und so musst du dein Hobby ausüben, sonst machst du es falsch!“). Falls du aber in letzter Zeit irgendwie unzufrieden mit deinem Fortschritt als Maler gewesen bist (du vielleicht ein Gefühl der Stagnation erlebst) oder du einfach generell neugierig bist, welche Ideen „von außen“ dich in deinem Hobby weiterbringen könnten, dann findest du hoffentlich in diesem Text ein paar nützliche Hinweise.

Es ist mir wichtig zu erwähnen, dass ich nicht der Erste bin, der sich mit dem Thema „Lernpsychologie“ in unserem Hobby beschäftigt. Der Australier Trent Denison hat einen wirklich lesenswerten englischsprachigen Blogartikel mit dem Titel „Psychology of Miniature Painting“ geschrieben, an den ich mich mit diesem Artikel hier zumindest phasenweise deutlich anlehne. (Der dir hier vorliegende Artikel ist allerdings auch keineswegs eine reine Übersetung des Textes von Trent Denison und beinhaltet durchaus einige eigene Überlegungen und eine eigene Struktur.)

Theoretische Vorüberlegungen

Bevor ich konkrete Überlegungen zu unserem Hobby anstelle, möchte ich kurz mit etwas Theorie zu den Themen „Motivation“ und „Kompetenz“ beginnen. Der eilige Leser kann dies zwar überspringen (und direkt mit den „Hinweisen“ weitermachen), aber ich glaube, dass diese Punkte hilfreich für das Verstehen alles Weiteren sind.

Motivation in unserem Hobby

Natürlich kann es immer Faktoren in unserem Leben geben, die es uns erschweren oder schlicht unmöglich machen, unserem Hobby nachzukommen. Das ist ganz normal und gelegentlich auch wirklich einfach nicht zu ändern.

Wir alle erleben allerdings auch Phasen, in denen uns objektiv eigentlich nicht die Zeit, sondern einfach nur die Motivation fehlt, uns mit unserem Hobby zu beschäftigen. Auch das ist ganz normal.

Allerdings gehe ich in meinen weiteren Überlegungen davon aus, dass wir durchaus alle eine gewisse Grundmotivation aufweisen, wenn es um unser Hobby geht. Wenn man schon bei dem Gedanken, seine Miniaturen bemalen zu „müssen“, schlechte Laune bekommt, sollte man sich wohl schlichtweg nach einem anderen Hobby umsehen. Unser Hobby sollte uns schließlich Spaß bringen, uns erlauben abzuschalten und zu entspannen.

Grundsätzlich unterscheidet man in der Lernpsychologie zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Erstere beschreibt eine Motivation, die einer Art innerem Bedürfnis oder Antrieb entspringt. Wir bemalen Miniaturen, weil es uns Spaß macht und wir diese Form der Herausforderung gerne bewältigen. Extrinisische Motivation hingegen kommt von außen und hängt mit Belohnungen (bzw. auch dem Vermeiden von Bestrafungen) zusammen. Extrinsische Motivation lässt sich leichter beeinflussen als intrinsischen Motivation, sodass einiges, was ich hier schreibe, vor allem die extrinsische Motivation in den Blick nimmt. Allerdings: Intrinsische und extrinsische Motive lassen sich selten vollständig trennen. In der Realität haben wir es häufig mit einer Kombination aus beidem zu tun (z.B. Ich bemale 20 Modelle bis zum kommenden Samstag, weil ich gerne male [intrinsisch] und weil ich am Samstag an einem Tabletop Turnier teilnehmen möchte, bei dem alle Miniaturen auf dem Tisch bemalt sein müssen [extrinsisch].).

Die Kompetenzstufenentwicklung

Kommen wir nun zum Begriff der „Kompetenz“: In der Entwicklungspsychologie werden auf dem Weg vom inkompetenten zum kompetenzten Individuum oftmals vier Kompetenzstufen unterschieden.

Stufe 1 ist die unbewusste Inkompetenz. In dieser Phase weiß man nicht nur nicht, wie etwas funktioniert – man ist sich seiner Unwissenheit auch nicht bewusst.

In Stufe 2 befindet man sich in der Phase der bewussten Inkompetenz. Man weiß also noch immer nicht, wie etwas funktioniert, ist sich dieser Tatsache aber bewusst.

Ab Stufe 3 weiß das Individuum, wie etwas funktioniert bzw. wie man zu einem bestimmten Ziel kommt. Diese Person muss sich dafür aber konzentrieren und ggf. den bevorstehenden Vorgang analysieren und in Teilschritte zerlegen. Man spricht hier von bewusster Kompetenz.

Stufe 4 ist dann die unbewusste Kompetenz. Diese Stufe ist erreicht, wenn eine bestimmte Fähigkeit durch Wiederholung in Fleisch und Blut übergegangen ist und man über die eigentliche Tätigkeit nicht mehr nachdenken muss.

Das Erreichen der letzten Stufe kann im Übrigen für Lehrer zu einem Problem werden. Lehrer sollten naturgemäß einerseits in ihrem Fachgebiet über eine unbewusste Kompetenz verfügen. Andererseits müssen sie sich trotzdem in den Zustand bewusster Kompetenz zurückversetzen können, um in der Lage zu sein, ihr Können nachvollziehbar weiterzuvermitteln.

Hinweis 1: Zweifel gehören zum Lernen dazu und sind ein gutes Zeichen

Nein, nur weil ich daran zweifle, dass ich eine Passagiermaschine heile landen könnte, bedeutet dies nicht, dass ich den Pilotenschein schon fast in der Tasche habe. So ist dieser erste Hinweis natürlich nicht zu verstehen. Um begreiflich zu machen, was ich damit meine, muss ich etwas weiter ausholen.

Vor allem in der ersten Zeit, in der jemand ein Hobby neu für sich entdeckt, ist die Motivation sehr hoch. Jeder wird wohl – sowohl bei sich selbst als auch bei anderen – beobachtet haben, wie viel Zeit Neueinsteiger vor allem in den ersten Wochen in ihr neues Hobby investieren. Leuten, denen es gelingt, diese Motivation auf Dauer beizubehalten, können in ihrem Hobby vermutlich alles erreichen – also sehr kompetent werden. Doch meistens nimmt die Zuversicht und somit auch die Motivation vieler neuer Hobbyisten zumeist schon recht früh merklich ab. Wie kommt das?

Hobbykarriere nach Dunning-Kruger

Ich setze im Folgenden Zuversicht mit Motivation gleich. Genau genommen sind beide Dinge nicht das Gleiche, aber zumindest für unsere einfachen Überlegungen kann man über diesen Unterschied hinwegsehen.

Dunning-Kruger Effekt

Die beiden Psychologen David Dunning und Justin Kruger haben in einigen Studien bemerkt, dass Unwissenheit offenbar zu mehr Selbstvertrauen bzw. Zuversicht führt. Oder anders formuliert: Je weniger Ahnung ich von etwas habe, desto eher neige ich dazu, mein eigenes Wissen bzw. meine eigenen Fähigkeiten in diesem Bereich zu überschätzen. (Man befindet sich dann also in der Phase der unbewussten Inkompetenz.)

Bei dem sogenannten Dunning-Kruger Effekt handelt es sich um ein eher populärwissenschaftliches Modell. (Dass es sich in den letzten Jahren – vor allem seit der Amtseinführung von Donald Trump – immer größerer Beliebtheit erfreut, ist vermutlich reiner Zufall. 😉 ) Der von mir eingezeichnete Kurvenverlauf in der obigen Grafik beruht nicht auf exakten empirischen Daten, sondern dient nur der Visualisierung des zugrundelegenden Gedanken. Abgesehen davon, dass der Dunning-Kruger Effekt beschreibt, dass inkompetente Menschen ihre eigene Inkompetenz nicht erkennen können, beinhaltet der weitere Kurvenverlauf durchaus noch weitere Erkenntnisse für unser Hobby.

Die denkbare Entwicklung von Zuversicht bzw. Selbstvertrauen und Kompetenz bzw. Fähigkeiten kann nach Dunning-Kruger so verlaufen: Beim ersten Kontakt zum Hobby (1) weiß man zwar wenig bis nichts darüber und traut sich dementsprechend noch nicht viel zu. Gerade in der ersten Zeit hat man jedoch das Gefühl sehr viel zu lernen und gewinnt sehr schnell an Zuversicht. Sobald man beispielsweise sein erstes Modell bemalt hat (2), hat man das Gefühl, das Hobby im Wesentlichen verstanden zu haben. Ja, es gibt bestimmt noch das eine oder andere dazuzulernen, aber das sollte nun auch nicht so schwer sein. Man beschäftigt sich also weiter mit dem Bemalen von Miniaturen, schaut Videos oder liest Artikel zu dem Thema. Ab diesem Punkt (3) dämmert einem vermutlich, dass es doch noch mehr zu lernen gibt, als man zuerst annahm.

Man beschäftigt sich also noch weiter mit dem Hobby und bittet vielleicht auch einmal (digital oder analog) um Feedback. Man probiert immer neue Techniken aus und erkennt vielleicht auch, dass jede einzelne von ihnen ein gewisses Maß an Übung erfordert. Zu diesem Zeitpunkt (4) kann es gut sein, dass man das Gefühl hat, auch wirklich gar nichts so richtig verstanden zu haben und das mit dem Malen nicht wirklich gut hinzubekommen. (Man befindet sich also sozusagen auf dem Höhepunkt der bewussten Inkompetenz.) Dieser Punkt ist sehr entscheidend für die eigene Minimaler-Karriere bzw. bedeutet in vielen Fällen leider ihr Ende. So mancher anfangs begeisterter Hobbyist wirft an dieser Stelle gefrustet das Handtuch. Diejenigen allerdings, die weitermachen, erkennen irgendwann (5), dass ihnen Dinge mit der Zeit leichter von der Hand gehen. Sie erkennen vielleicht gewisse Regelmäßigkeiten oder logische Zusammenhänge, die ihnen vorher gar nicht aufgefallen sind. Oder sie werden schlicht und ergreifend etwas lockerer. Ihre Zuversicht wächst, dass sie das mit dem Bemalen von Miniaturen vielleicht doch irgendwann gut hinbekommen könnten.

Hat man dann eines Tages eine Vitrine voller schick bemalter Minaturen zu Hause stehen oder erntet von anderen Anerkennung für die eigenen Modelle (6), wird sich das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten mittlerweile wieder erholt haben. Dieses Selbstvertrauen fußt nun jedoch auf echtem Können (bzw. echter Kompetenz) und nicht nur auf glückseeliger Naivität.

Dunning-Kruger – Lehren für den Hobbyalltag

Damit die Kenntnis des Dunning-Kruger Effekts nicht nur auf der Ebene des „unnützen Partywissens“ verbleibt, stellt sich natürlich die Frage, welche Lehren wir aus diesem Modell ziehen können.

Solltest du relativ neu im Hobby sein, kannst du dich vermutlich irgendwo zwischen Punkt 2 bis 4 verorten. Natürlich ist die obige Grafik sehr pauschal und es gibt sicherlich unzählige Beispiele von Menschen, die ganz andere Erfahrungen machen. Dennoch gibt es bestimmt nicht wenige, auf die das Modell recht gut zutrifft und die, was ihre Fähigkeiten und Ergebnisse betrifft, zunehmende Unsicherheit verspüren.

Solltest du zu dieser Gruppe gehören, darfst du dir klar vor Augen führen, dass der Grund für deine zunehmende Unsicherheit in deinem gewachsenen Wissen zu suchen ist. Frei nach Sokrates: Du weißt, dass du nichts weißt. Und das ist ein wichtiger Schritt nach vorne. Noch einmal, denn das ist wirklich wichtig: Dir fallen jetzt vielleicht mehr Fehler bzw. Probleme auf – das bedeutet aber nicht, dass sie vorher nicht da waren. Du hast nur mittlerweile die Fähigkeit erworben, diese zu erkennen. Auch wenn dir das nicht so vorkommen sollte, ist das definitiv eine Form von Fortschritt. Bleib am Ball!

Aber auch für diejenigen unter uns, die schon eine Weile im Hobby sind, kann es nicht schaden, sich Dunning-Kruger hin und wieder ins Gedächtnis zu rufen, um unseren Motivationstiefs zu begegnen. In unserem Hobby besteht immer die Möglichkeit, Neues zu lernen und die obige Verlaufskurve lässt sich sowohl auf unsere Hobbykarriere im Ganzen als auch auf einzelne Facetten des Hobbys anwenden. Vielleicht hat man sich noch nicht ans wet blending herangetraut oder es gelingt einem noch nicht so gut, ausreichend Kontrast auf die Modelle zu bringen? Es passiert dabei nicht selten, dass man zuerst ein kleines, tristes Tal durchqueren muss, bevor unsere Zuversicht mit unserer Kompetenz weiter wachsen kann.

Hinweis 2: Fordere dich heraus, ohne dich zu überfordern

Wie oben bereits erwähnt, ist Lerneffizienz für viele von uns Hobbyisten sicherlich in der Regel nicht das entscheidende Kriterium, wenn wir mit einem neuen Projekt beginnen. Vermutlich wirst du entweder aus dem Bauch heraus entscheiden, worauf du Lust hast (und das ist mit Blick auf deine Motivation auch wichtig) oder aber – wenn du als Tabletop-Spieler aktiv bist – du wirst ein Modell wählen, das du demnächst in einem Spiel einsetzen kannst.

Dennoch gibt es auch innerhalb dieses Auswahlbereiches noch die Möglichkeit, günstige Bedingungen für sein eigenes Lernen zu schaffen.

Es gibt in der Lernpsychologie ein relativ einfaches, aber dennoch einleuchtendes Lernzonenmodell, das das Lernen in drei Zonen einteilt.

Lernzonenmodell

In der ersten Zone befinden wir uns in unserer Komfortzone. Hier fühlen wir uns wohl und kennen uns gut aus. Es gibt für uns keinen Grund hier etwas zu ändern und kaum eine Notwendigkeit, etwas zu lernen. Jemand, der beispielsweise schon ein bis zwei komplette Tabletop Armeen in dem Verfahren bemalt hat, das ich als Dreischritt für Einsteiger (Grundfarbe, Wash, Highlights) bezeichne, wird dieses Verfahren vermutlich gut beherrschen und kaum noch über die einzelnen Teilschritte nachdenken müssen.

In der zweiten Zone befinden wir uns in der Lernzone. Wenn es uns beim Malen darum geht, besser zu werden, sollten wir versuchen, in diesen Bereich vorzustoßen. Hier fühlen wir uns nicht mehr ganz so sicher, sind aber neugierig und vielleicht sogar etwas aufgeregt. „Werde ich den Farbverlauf auf der Rüstung mit wet bleding hinbekommen oder muss ich danach noch einmal von vorne anfangen?“

In der dritten Zone haben wir es dann zu weit getrieben, denn wir befinden uns in der Panikzone. Wir fühlen uns völlig überfordert und an echtes Lernen ist nicht mehr zu denken. Wenn man also nach einem knappen Monat im Hobby versucht, nicht-metallischen Metalleffekt mit gerichteten Lichteffekten zu kombinieren, wird der durschnittliche Maler wohl schnell gefrustet das Handtuch werfen.

In dem Modell oben werden die einzelnen Zonen als Kreise dargestellt. Das ultimative Ziel des Lernens wäre es, den äußersten Kreis so schmal wie möglich werden bzw. eigentlich sogar verschwinden zu lassen. Wenn wir genug Zeit in der Lernzone verbracht haben, kann uns nichts mehr schrecken und wir können uns (zumindest theoretisch) an jedes Projekt herantrauen. Gleichzeitig wird die Komfortzone immer größer – wir fühlen uns also mit Vielem, das wir tun, sehr wohl.

In der Theorie ist das natürlich alles ganz toll, doch was bedeutet das konkret für unser Hobby? Erst einmal bedeutet es, dass wir nicht erwarten können, viel Neues dazuzulernen, wenn wir uns ausschließlich beim Malen in unserer Komfortzone bewegen. Wenn ich bereits 50 Warhammer 40k Orks bemalt habe, werde ich durch das Bemalen weiterer 50 Orks vermutlich nicht viel besser werden. Zumindest dann nicht, wenn ich den zweiten Stapel auf die gleiche Weise bemale wie den ersten. Auch wenn ich zusätzliche Zeit mit meinem Hobby verbringe, werden sich meine Fähigkeiten nicht groß verbessern (mit kleinen Einschränkungen, auf die ich weiter unten noch eingehen werde).

Wie gelangt man in die „Lernzone“?

Wenn ich beim Malen wirklich etwas lernen möchte, muss ich mir eine (machbare) Herausforderung stellen. Ich halte es dabei für wichtig, dass es auch wirklich bei einer Herausforderung bleibt, da man sich sonst zu sehr der Panikzone nähern könnte.

Was genau „machbar“ ist, ist natürlich individuell unterschiedlich und die Herausforderung kann auf unterschiedlichste Kategorien bezogen sein: auf eine Technik, eine Farbe, die Verwendung eines neuen Arbeitsmittels usw. Hier nur einige Ideen, was ich z.B. meine:

  • Bemale eine Miniatur so, dass man hinterher keinen einzigen Pinselstrich sieht.
  • Bemale alle Stoffteile auf dem Modell mit wet blending.
  • Setze jeden Schatten auf dem Modell gezielt mit dem Pinsel und überschwämme die Figur nicht mit Wash.
  • Setze eine Nasspalette ein.
  • Versuche einen überzeugenden Holzeffekt auf dem Schild deiner Miniatur hinzubekommen.

Je nach gestellter Herausforderung und Zufriedenheit mit dem Ergebnis kann man sich natürlich der gleichen Aufgabe auch mehr als einmal widmen. Gerade beim Bemalen von Einheiten für Tabletop Spiele ergibt sich diese Form der Wiederholung (und somit des Einübens) allerdings ohnehin von Natur aus.

Bevor ich mich an das Bemalen eines neuen Modells (oder einer Einheit) mache, überlege ich mir immer, was ich Neues ausprobieren oder auf was ich besonders achten könnte. Oftmals geben die Modelle selbst da genug Inspiration und hin und wieder bemale ich ein Modell auch nur, weil ich gerne einen bestimmten Effekt einmal ausprobieren möchte.

Der Wert der „Komfortzone“

Ich schrieb vorhin, dass man beim Verbleib in der Komfortzone vermutlich „nicht viel“ besser werden würde. Das bedeutet allerdings auch, dass man beim Malen von Dingen, bei denen man sich sicher fühlt, nicht nichts lernt. Denn vermutlich wird man mit der Zeit immer schneller und gerade für diejenigen unter uns, die ihre Figuren für den Einsatz auf dem Spielfeld bemalen, ist Tempo durchaus ein Wert an sich.

Zudem heißt die Komfortzone ja nicht umsonst so. Hin und wieder möchte ich mich einfach keiner Herausforderung stellen und einfach etwas relaxen und vor mich hin malen. Und das geht nun mal am besten in der eigenen Komfortzone.

Außerdem lässt sich für mich der Spruch: „Der Appetit kommt beim Essen,“ durchaus auch auf mein Hobby übertragen. Sobald ich mich erst einmal zum Malen hingesetzt habe, probiere ich ohnehin auch „mal eben“ etwas aus. Manchmal muss man sich einfach selbst austricksen.

Aus diesem Grund habe ich auch eigentlich immer zwei Projekte auf dem Schreibtisch: Eins, das für mich eine Herausforderung beinhaltet und eins, an das ich mich setze, wenn ich abends eigentlich zu kaputt zum Malen bin. Wenn ich mich nur zur zweiten Option aufraffen kann, bin ich in der Regel nach einigen Minuten trotzdem im „Mal-Tunnel“ und gehe schon wieder zu spät ins Bett. 😉

Eine Randbemerkung noch zu Parallelprojekten: Ich bin – wie geschrieben – durchaus ein Freund davon, zwei Projekte parallel zu betreiben. Allerdings würde ich davon abraten, mehr als zwei Projekte gleichzeitig auf dem Arbeitsplatz liegen zu haben. Hierbei verzettelt man sich zu schnell und die Menge an Miniaturen kann ggf. einschüchternd und wenig motivierend wirken (siehe unten).

Hinweis 3: Praxis schlägt Theorie

Als ich erstmals mit dem Hobby des Miniaturenbemalens begann, war es gar nicht so einfach, an gute Informationen über dieses Thema zu gelangen. Als Informationsquelle waren da mein Vater, ein paar Freunde und gelegentliche Artikel im White Dwarf (die ich damals jedoch nicht immer nachvollziehen konnte). Dieses Problem stellt sich heute nicht mehr. Durch das Internet haben wir Zugriff auf unzählige Erklärvideos, Blogartikel (besonders wichtig! 😉 ), Forendiskussionen und sogar Videoseminare.

Doch trotz dieser besseren Verfügbarkeit von Informationen wird nicht jeder von uns innerhalb kürzester Zeit zu einem begnadeten Maler. (Wobei ich schon behaupten würde, dass die Qualität, die mittlerweile in der Szene vorherrscht, über die Jahrzehnte wirklich höher geworden ist.) Okay, wir behalten natürlich nicht alles, was wir irgenwo hören oder sehen, aber wenn mehr Informationen auf uns „einprasseln“, müsste dann nicht trotzdem auch mehr hängenbleiben?

Das Problem ist, dass es in unserem Hobby eben nicht in erster Linie um Faktenwissen geht (auch wenn das hilfreich ist), sondern um Fähigkeiten. Und diese – und jetzt sind wir wieder bei der Aussage in der Einleitung – werden vor allem durchs Üben geschult.

Wir lernen Dinge auf unterschiedlichen Wegen unterschiedlich gut. Es kursieren voneinander abweichende Werte, was diese Wege bzw. Lernmethoden angeht. (Ich habe die Werte hier aus dem oben bereits angesprochenen Artikel von Trent Denison übernommen.) Man sollte dabei die Prozentpunkte nicht auf die Goldwaage legen und sich nicht an jedem einzelnen Prozentpunkt aufhängen. Zum einen ist wohl mittlerweile hinlänglich bekannt, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt und Menschen nun einmal auf unterschiedliche Lernarten unterschiedlich gut anspringen. Zum anderen gibt es auch einen Zusammenhang zu Hinweis 2. Wenn ich mich thematisch in meiner Panikzone befinde, werde ich deutlich weniger lernen als hier ausgewiesen. Dennoch kann man den groben Aussagen der Darstellung getrost Glauben schenken.

Die Prozentpunkte geben an, wie viel durch den Weg/ die Lernform jeweils „hängenbleibt“:

  • 5% durch hören
  • 10% durch lesen
  • 20% durch eine audio-visuelle Präsentation
  • 30% durch sehen einer Demonstration
  • 50% durch Teilnahme an einer Gruppendiskussion
  • 75% durch üben
  • 90% indem man anderen etwas erklärt/ beibringt

Auf unser Hobby bezogen bedeutet dies beispielsweise: Höre ich mir eine Erklärung an wie feathering funktioniert (ohne, dass ich die Möglichkeit habe, Rückfragen zu stellen), werde ich davon nur wenig wirklich umsetzen können. Das gilt natürlich auch, wenn ich ein YouTube Video dazu eingeschaltet habe und nicht auf den Bildschirm gucke (weil ich z.B. gerade meine neuen Miniaturen entgrate). Konzentriere ich mich wirklich auf das Video, ist mein Lernzuwachs schon größer, doch auch hier werde ich das Meiste später nicht reproduzieren können.

Ganz anders sieht es aus, wenn ich selbst zum Pinsel greife und mich an der neuen Technik versuche. Hier bleibt dann schon sehr viel mehr hängen.

Das bedeutet nun nicht, dass uns YouTube Videos und Blogartikel nichts bringen würden. (Dann könnte ich mir das Schreiben dieser Artikel ja auch sparen.) Es bedeutet aber, dass wir vor allem dann von diesen Dingen profitieren, wenn wir die gezeigten/ beschriebenen Dinge auch ausprobieren. Es geht also mal wieder ums Üben!

Die oben genannten Zahlen kann man im Übrigen auch als Richtschnur nehmen, um seine Hobbyzeit einzuteilen. (Wie gesagt, ich gehe von einem Hobbyisten aus, der sein Lernen optimieren möchte.) Demnach sollte man etwa viermal mehr Zeit mit tatsächlichem Malen verbringen als mit dem Ansehen irgendwelcher YouTube Tutorials.

Es sei nebenbei noch einmal angemerkt, dass der letzte oben genannte Punkt durchaus eine Rolle für mich gespielt hat, als ich mich dazu entschied, diesen Blog zu beginnen. Die Vergangenheit hat mir gezeigt, dass dieser Punkt besonders effektiv gerät, wenn Leser des Blogs Nachfragen an mich richten. Dies zwingt mich zum Überdenken mancher Dinge. Und ja, hin und wieder erkenne ich dann auch, dass ich mich in bestimmten Bereichen unseres Hobby in unbewusster Inkompetenz befinde.

Hinweis 4: Akzeptiere Fehler als Teil des Lernprozesses

Kaum ein Bereich verdeutlicht den Zusammenhang von Motivation und Lernen so sehr, wie das Machen von Fehlern. Dass „man aus Fehlern lernt“ ist ein gängiger aber durchaus zutreffender Allgemeinplatz. Fehler zwingen uns dazu, getroffene Entscheidungen zu überdenken und alternative Handlungsweisen zu finden. Wir lernen durch sie also quasi zwischendurch – entweder etwas Neues oder aber etwas bereits wieder Vergessenes wird durch sie wieder aufgefrischt. Sie sind außerdem ein guter Indikator für unsere Kompetenz in einem bestimmten Bereich.

Trotzdem liegt es in der Natur der Sache, dass wir in der Regel nicht sonderlich begeistert sind, wenn wir Fehler machen. Fehler nagen nämlich auch an unserer Motivation. Dies führt in unserem Hobby manchmal dazu, dass wir ein Projekt abbrechen, weil wir einen – unserer Meinung nach – schlimmen Fehler gemacht und nun keine Lust mehr haben, das Projekt weiterzuführen. Zumindest ist mir dies schon diverse Male passiert.

Dabei sollte man sich zwei Dinge klar vor Augen führen:

1. Fehler sind unvermeidbar. Wenn ich mich in die Lernzone begebe, mache ich Fehler. Punkt. Man kann sie also auch gleich als Teil des Lernprozesses akzeptieren. Oder anders formuliert: Mache ich keine Fehler mehr, befinde ich mich nur noch in meiner Komfortzone und lerne somit auch kaum noch etwas Neues.

2. Beim Bemalen von Miniaturen arbeitet man mit hauchdünnen Schichten von Farbe. Es gibt dabei selten eine Situation, in der man einen gemachten Fehler nicht irgendwie wieder ausbügeln könnte. Selbst wenn man die Farbe zu dick aufgetragen hat, könnte man das Modell noch mal entfärben und von vorne beginnen. In der Regel reichen aber wenige Farbschichten, um einen „Fehler“ zu überdecken. (Vor einiger Zeit habe ich von einem Malermeister – damit meine ich den Handwerksberuf – den Spruch gehört: „Über Geschmack lässt sich streichen.“ Recht hat er! 🙂 )

Wenn ich selbst mal wieder einen Fehler mache und dewegen gefrustet bin, spiele ich gerne Katastrophierungsgedanken durch: „Oh nein, das Gesicht der Figur ist mir viel zu dunkel geraten! Ich kann einfach keine Gesichter malen! Deswegen sehen alle meine Miniaturen blöd aus. Darum machen sich alle über mich lustig. Und dann verliere ich die Lust am Malen. Ich muss also mit meinem Hobby aufhören und bin deswegen schlecht gelaunt. Deshalb bin ich unausstehlich und meine Frau wird mich verlassen. Ich muss deswegen mein Haus verkaufen und finde dann keine neue Bleibe. Ich sterbe also arm und einsam irgendwo auf der Straße…“ Natürlich ist dieser Gedankengang blödsinnig. Allerdings muss ich dadurch schmunzeln und ordne den Fehler richtig ein: Ich habe einen kleinen Fehler bei der Ausübung meines Hobbys gemacht. Mein Hobby soll mir Freude bringen und da wäre es doch widersinnig, wegen so einer Kleinigkeit schlechte Laune zu bekommen.

Letztendlich bleibt auch noch die Frage, was eigentlich ein „echter“ Fehler ist. Wir betreiben ein kreatives Hobby – manche würden wohl auch von „Kunst“ sprechen und da gibt es nun einmal wenig objektive, unumstößliche Kriterien, die unsere Ergebnisse in „richtig“ oder „falsch“ einteilen könnten. Selbst wenn wir den Anspruch an uns hätten, fotorealistische Ergebnisse zu fabrizieren, bleibt noch immer sehr viel Spielraum für Interpretation übrig.

Hinweis 5: Überschätze nicht die Bedeutung deines Equipments

An anderer Stelle auf diesem Blog verweise ich gerne auf Hilfsmittel und Produkte, die ich beim Malen einsetze. Vor allem mit den Themen Pinsel, Farben und Beleuchtung habe ich mich bereits recht ausführlich auseinandergesetzt. Und obwohl ich glaube, dass gutes Equipment die Arbeit erleichtert, sollte man den Wert der Arbeitsmittel nun auch nicht überschätzen.

Natürlich sollte unser Equipment uns nicht im Wege stehe. Wenn ich also beipspielsweise im Baumarkt einen großen Topf (relativ) günstiger Acrylfarbe kaufe, die aber gar nicht für das Bemalen von Miniaturen gedacht ist, werde ich mehr Zeit mit dem Kampf gegen die Farbe verbringen, als mit dem freudigen Bemalen meiner Miniatur (= schlechte/ unpassende Qualität des Arbeitsmaterials). Oder wenn ich versuche, meine Miniatur mit einem Zahnstocher statt mit einem Pinsel zu bemalen (= fehlen von Arbeitsmaterial), werde ich sicherlich bald gefrustet aufgeben.

Dennoch ist fehlendes Equipment selten ein so gravierendes Problem, wie wir es manchmal glauben. Es dient uns vielmehr oftmals als Ausrede zum Prokrastinieren (also dem unnötigen Aufschieben). Ja, man würde ja gerne mit dem letzten Projekt weitermachen, aber leider, leider fehlt nun gerade der spezielle Rotton, den wir im YouTube Tutorial gesehen haben. Ohne diesen geht es nun wirklich nicht weiter… Einfach ein anderes Rot verwenden? Nein, das Risiko, dass dies das Ergebnis verfälscht, wäre viel zu groß! 😉 Ernsthaft, die Fälle, in denen man ohne ein bestimmtes Produkt nicht weiterkommt, sind vergleichsweise selten.

Hinweis 6: Bitte gezielt um Feedback

Weiter oben habe ich die übliche Kompetenzstufenentwicklung erklärt. Unter anderem kann man daraus ableiten, dass der Wechsel vom Unbewussten zum Bewussten (zuerst bewusste Inkompetenz, dann bewusste Kompetenz) ein typischer Bestandteil des Lernens ist. Und eine recht offensichtliche Methode, um Bewusstsein zu schaffen, ist schlicht und ergreifend, sich etwas sagen zu lassen.

Die Kunst beim Entgegennehmen von Feedback liegt jedoch darin, sinnvolle Beiträge offen anzunehmen und möglichst in Zukunft umzusetzen, ohne sich dabei demotivieren zu lassen. Man sollte also – vor allem zu Beginn der Hobbykarriere – etwas Vorsicht walten lassen, wen man um Rückmeldung bittet.

Ganz entscheidend für das eigene Weiterkommen ist natürlich auch die Qualität der Rückmeldungen, die man erhält. Gutes Feedback sollte wohlmeinend sein (also nicht nur zum Ziel haben, etwas herunterzumachen) und sich am Adressaten orientieren. Mit Letzterem ist gemeint, dass man den Leistungsstand (und möglichweise auch den Charakter) des Malers im Blick behalten sollte. Es bringt wenig, einen blutigen Anfänger genauso zu behandeln, wie einen erfolgreichen Wettbewerbsmaler. Und bei einem besonders unsicheren Menschen sollte man Kritikpunkte in kleinen Dosen verabreichen.

Wenn man Freunde hat, die ebenfalls unserem schönen Hobby fröhnen, sind diese sicherlich die naheliegensten Ansprechpartner. Diese wissen, auf welchem Level man sich selbst befindet und können eine entsprechende Rückmeldung geben. Dass sie es gut mit einem meinen, sei bei Freunden einfach mal vorausgesetzt. Allerdings sind wir leider nicht alle mit guten Malern befreundet, die uns ein qualifiziertes Feedback geben können. Außerdem besteht unter Freunden oftmals auch eine gewisse Tendenz, zu wohlmeinend zu urteilen und somit Schwächen am Endergebnis nicht klar zu benennen.

Auf der Suche nach gutem Feedback sollte man sich natürlich vor allem dort umsehen, wo sich gute Maler aufhalten. Dies kann der lokale Hobbyladen sein. Aber auch Conventions, wie beispielsweise der Hamburger Tactica, oder Maltreffs wie bei den PaintPals können tolle Gelegenheiten für konstruktives, kompetentes Feedback bieten. Für sehr fortgeschrittene Maler bieten sich selbstverständlich auch Malwettbewerbe wie der Golden Demon an, da man dort in der Regel auch Gelegenheit findet, mit anderen Künstlern oder auch den Juroren zu fachsimpeln. (Das habe ich mir zumindest so sagen lassen.)

Eine andere Option sind die sozialen Medien. Instagram und Facebook sind sicherlich naheliegende Möglichkeiten, wenn man seine Werke einem recht breiten Publikum präsentieren möchte. Man sollte sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass die Kritik in solch offenen Plätzen auch einmal sehr harsch ausfallen kann. Wenn man dort um Feedback bittet, sollte man also nicht zu zartbesaitet sein. Andererseits sind meine Erfahrungen dort recht positiv und vor allem in den geschlossenen Facebook Gruppen, die sich mit dem Bemalen von Miniaturen beschäftigen, ist die Stimmung angenehm und konstruktiv.

Wenn es um online Feedback geht, ziehe ich persönlich allerdings den Austausch in themenbezogenen Onlineforen vor (beispielsweise GW-Fanworld.net, TabletopWelt.de oder Das-Bemalforum.de). Die dort angemeldeten Nutzer sind dort unterwegs, weil sie sich explizit mit unserem Hobby beschäftigen möchten. Zudem lernt man sich dort auf gewisse Weise durchaus kennen, sodass man bei Rückmeldungen den jeweiligen Hobbyisten und sein Level besser im Blick behalten kann.

Konkrete Tipps

Das bisher Geschriebene ist doch recht genereller Natur und lässt sich oftmals nur über einen längeren Zeitraum verinnerlichen/ umsetzen bzw. muss gar als permanenter Prozess verstanden werden, über den man sich bewusst sein sollte.

Abschließend möchte ich jedoch noch ein paar handfestere Tipps geben, die sich alle vergleichsweise schnell umsetzen lassen und deren Auswirkungen man auch entsprechend schnell bemerken sollte. Vermutlich könnte man diese Liste mit Tipps noch um viele andere Ideen verlängern. Solltest du also noch eine gute Idee haben, zögere nicht, diese in den Kommentaren zu ergänzen. (Es ist dann allerdings gut möglich, dass ich sie bei der nächsten Überarbeitung dieses Artikel „klaue“.)

Ein Teil der hier genannten Tipps dient in erster Line der Aufrechterhaltung der Motivation und führen somit eher zu einer indirekten Verbesserung, da man mehr Zeit mit seinem Hobby verbringt.

Natürlich funktionieren manche Dinge bei einigen besser als bei anderen. Für mich haben sich allerdings die nachfolgenden Punkte durchweg als hilfreich erwiesen.

Mach dir Notizen

Dass man aus Fehlern lernt, war weiter oben bereits Thema. Aber natürlich können wir nicht nur aus den Dingen, die uns schiefgehen, sondern auch aus den Dingen, die gut funktionieren, etwas lernen. Das Problem dabei ist jedoch – zumindest bemerke ich das bei mir selbst immer wieder – dass die Dinge, die gut geklappt haben, im Gedächtnis schneller verblassen. Ich hake solche Sachen irgenwie immer mental als „hat geklappt, kann man so machen“ ab. Um also auch durch erfolgreiche Versuche dauerhaft profitieren zu können, ist eine Gedächtnisstütze äußerst hilfreich.

Aus diesem Grund führe ich nun schon seit eingen Jahren ein Notizheft, in das ich alle Bemalschritte und Farbrezepte meiner Projekte eintrage. Auf diese Weise kann ich jederzeit später noch einmal nachsehen, wie genau ich bei einzelnen Miniaturen vorgegangen bin. Gerade dann, wenn man als Tabletop Spieler mehrere Armeen bemalt und von Projekt zu Projekt springt, hilft dies sehr, die zusammengehörigen Modelle auch einheitlich zu bemalen. Hin und wieder schlage ich darin auch einzelne Effekte nach. „Wie habe ich doch gleich die Hitzeverfärbung auf dem Waffenlauf hingekriegt? Ach ja, da steht’s ja.“

Wenn man sich intensiv mit einem Projekt beschäftigt, denkt man häufig etwas wie: „Ich habe nun bereits 40 Orks bemalt und werde niemals vergessen, wie ich diesen Hautton hinbekommen habe.“ Es gibt sicherlich einige Menschen, die so etwas auch nie vergessen würden. Ich selbst habe schon über 100 Orkmodelle bemalt und müsste trotzdem nachsehen, welche exakten Farben ich dafür genutzt habe.

Neben dem klassischen Notizbuch, gibt es mittlerweile auch einige Apps, die einem die Arbeit erleichtern. Ich nutze beispielsweise gerne die kostenlose „Brushrage“ App. Der deutsche Entwickler, der unter dem Onlinenamen „Hendarion“ bekannt ist, hat darin unter anderem eine Stoppuhr-Funktion eingebaut. Man kann später also nachsehen, wie lange man für jeden Arbeitsschritt eines Projektes gebraucht hat. Außerdem ist bereits eine Vielzahl von Farbserien unterschiedlicher Hersteller in der internen Bibliothek enthalten, sodass das Protokollieren der Malrezepte besonders leichtfällt.

Verwende eine Nasspalette/ wet palette

Ich habe schon öfter gehört, dass Maler, die zum ersten Mal eine Nasspalette verwenden, diese als game changer bezeichnen – also ein Werkzeug, dass sich massiv auf ihr Hobby auswirkt.

Nein, das gilt sicherlich nicht für jeden Hobbyisten, aber zumindest, wenn du bisher noch nie zu einer Nasspalette gegriffen hast, kann ich dir nur dringend empfehlen, dies einmal zu tun. Da eine selbstgebaute Palette auch nahezu nichts kostet, gehtst du dabei auch kein großes Risiko ein.

Einige der Vorteile einer Nasspalette, wie man sich eine Nasspalette selber baut und welche fertigen Produkte empfehlenswert sind, kannst du hier nachlesen.

Entwickle Routinen

Wir reden uns gerne ein, dass wir unser künstlerisches Hobby nur dann ausüben sollten, wenn wir wirklich Lust darauf haben. Ansonsten kann man ja schließlich gar nicht kreativ sein und es bringt erst gar nichts, sich an den Arbeitsplatz zu setzen.

Meine Erfahrung ist allerdings eine andere. Ja, wenn man große Lust aufs Malen hat, sollte man natürlich die „Welle reiten“ und sehen wie weit man damit kommt. Wenn man allerdings nur auf diese „Wellen“ wartet, verpasst man viele Lernchancen. Ausnahmsweise möchte ich hier auf die Welt des Sports verweisen): Erfolgreiche Sportler (auch im Hobbybereich) trainieren regelmäßig und nicht nur, wenn sie Lust dazu haben.

Es ist also sehr hilfreich, wenn man feste zeitliche Routinen entwickelt. Dies können regelmäßige Maltreffs mit Freunden sein. Oder aber man legt für sich z.B. fest, dass man jeden Abend zwischen 20:30 und 21:15 Uhr eine Dreiviertelstunde malt. (Wie bereits weiter oben erwähnt, geht es zumindest mir dann so, dass ich nach 45 Minuten gar nicht mehr aufhören möchte.)

Für mich sind diese zeitlichen Routinen wie Notstromgeneratoren. Die meiste Zeit habe ich ohnehin Lust auf die Ausübung meines Hobbys – der Strom fließt also automatisch. Sollte mich jedoch einmal die Hobbyträgheit erfassen, springen die Routinen an.

Hinterlasse deinen Arbeitsplatz immer aufgeräumt

Als Schüler wollte ich diesem Tipp meiner Lehrer keinen rechten Glauben schenken. (Da ging es natürlich um den Schreibtisch für die Schule.) Das Genie beherrscht schließlich das Chaos. Doch vor allem an Tagen, an denen man noch überlegt, ob man etwas bemalen soll oder nicht, wollen wir unserem inneren Schweinehund keinen Grund liefern, um sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Ein unaufgeräumter Arbeitsplatz kann genau so ein Grund sein.

Wenn der Blick auf einen chaotischen Haufen von Farben, Pinseln, Kleber und Plastikteilchen fällt, haben wir unter Umständen schon gleich ein klein wenig weniger Lust, uns diesem Chaos zu stellen.

Außerdem können wir an einem aufgeräumten Arbeitsplatz unsere Zeit effektiver nutzen. Statt ewig in irgendwelchen Stapeln nach einem Arbeitsmittel zu suchen, erlaubt uns ein gewisses Maß an Ordnung ohne große Unterbrechungen weiterzumalen.

Sorge für eine möglichst kurze Zugriffszeit auf deinen Arbeitsplatz

Dieser Punkt ähnelt dem vorherigen Tipp und es geht wieder darum, dem inneren Schweinehund keine Argumente zu liefern.

Der Idealzustand wäre natürlich ein eigener Arbeitsplatz, der ausschließlich dem Hobby dient. Auf diese Weise muss man nicht erst seinen ganzen Kram zusammensuchen, den Arbeitsplatz von nicht hobbyrelevanten Dingen befreien und dann alle Materialien um sich herum verteilen.

Natürlich gibt die eigene Wohnsituation dies nicht bei jedem her. Dennoch sollte man versuche, die Hürden für den Malbeginn so niedrig wie möglich zu halten. Eine praktische Möglichkeit stellt beispielsweise ein Serviertablett dar, auf dem man die wichtigsten Arbeitsmittel (die Farben für das aktuelle Projekt, Pinsel…) immer parat hat. Dieses lässt sich dann in der Regel auch unauffällig auf irgendwelchen hohen Schränken (außerhalb der Reichweite von Kinderfingern) verstauen. Wenn man ein Tablett mit Füßen verwendet (z.B. das hier (*)), hat man beim Arbeiten sogar mehrere Ebenen zur Verfügung.

Im Übrigen ist so ein Tablett auch ein Option für diejenigen, die einen Arbeitsplatz an einem eher abgelegenen Ort ihr Eigen nennen. Wenn man seinen Partner den ganzen Tag über nicht gesehen hat, möchte man sich vielleichts abends nicht so gerne in seinen Hobbykeller verkrümeln.

Zeige dir, was du bereits bemalt hast

Es ist zumindest für mich absolut motivierend, wenn ich einen gewissen Überblick darüber behalte, was ich in einem Jahr alles bemale. Häufig sehen wir ja auf unserem Arbeitsplatz immer nur die unfertigen Produkte.

Aus diesem Grund hat sich das Führen einer Liste mit fertiggestellten Modellen für mich als hilfreich erwiesen. Alternativ kann man natürlich auch die fertigen Modelle in Sichtweite des Arbeitsplatzes aufbewahren.

Lass nicht zu viele unbemalte Miniaturen auf deinem Arbeitsplatz herumliegen

Dieser Tipp ist quasi das Gegenstück zum vorherigen Punkt.

Mit der Zeit wird vermutlich jeder Hobbyist einen Stapel mit Miniaturen/ Projekten anhäufen, die er „irgendwann“ noch bemalen möchte. Dieser Pile of Shame/ Pile of Future Fun sollte sich jedoch keinesfalls zu dicht oder gar auf dem Arbeitsplatz befinden. Man läuft einen Marathon ja auch nicht, indem man sich ständig vor Augen führt, wie viel Strecke man noch vor sich hat. (Und das ist jetzt auch die letzte Sportmethapher in diesem Artikel.)

Theoretisch könnte man natürlich auch immer nur dann neue Modelle kaufen, wenn man die alten bereits bemalt hat. Ich denke, die Chancen stehen gut, dass verheiratete Leser diesen Hinweis bereits von ihrem Partner gehört haben. Also, theoretisch wäre das möglich… theoretisch… Ich glaube aber nicht daran, dass so etwas bereits in der Praxis umgesetzt wurde. 😉

Triff verbindliche Aussagen

Ich selbst habe oft nur eine sehr wage Vorstellung davon, wann genau ich mit einem Projekt fertig werden möchte und so ziehen sich einige meiner Projekte über Ewigkeiten hin. Wenn ich diese „Ewigkeiten“ zur Verfeinerung unzähliger Details nutzen würde, wäre das ja kein Problem. Doch leider kommt die Dauer so manches Mal eher dadurch zustande, dass ich an dem Projekt nicht weiterarbeite.

Anders sieht es aber aus, wenn ich mir selbst im Vorfeld ein klares Zeitfenster setze. Am besten funktioniert das bei mir, wenn ich anderen vorher mitteile, was ich bis zu einem bestimmten Tag geschafft haben möchte. Hierbei kann es sich z.B. um Ansagen in einer Spielegruppe („Nächstes Wochenende bringe ich einen neu bemalten Trupp Space Marine Intercessors mit.“) oder auch in Onlineforen handeln. Zumindest für mich funktioniert diese Form der Verbindlichkeit bzw. extrinsischen Motivation sehr gut, da ich nicht der Typ sein möchte, der immer nur leere Versprechungen macht. (Wenn man dann trotzdem aufgrund äußerer Umstände an einer Deadline scheitert, ist das ja kein Beinbruch. Vermutlich hat man trotzdem mehr Zeit in sein Hobby investiert, als ohne vorherige Ansage.)

Allein schon wegen des Vorhandenseins einer klaren Deadline, halte ich die Teilnahme an freundschaftlichen Malwettbewerben (gerne auch online) deswegen für eine gute Idee.

Abschließende Worte

Dieser Text ist nun wirklich lang geworden und das Schreiben hat mich auch recht viel Zeit gekostet. Ein Grund dafür war, dass ein Gedanke zum nächsten führte und ich immer wieder neu Ordnung in meine Gedanken bringen musste. Vor allem für diejenigen unter euch, die sich die Mühe gemacht haben, alles zu lesen, hoffe ich, dass ich mich einigermaßen verständlich und nachvollziehbar ausdrücken konnte.

Solltest du noch weitere Hinweise oder Tipps haben, freue ich mich natürlich besonders über Feedback.

13 Replies to “Wie werde ich besser?”

  1. Super Text. Sowas in der Art wollte ich auch schon immer mal schreiben. Ich unterstreiche alles!

    Was ich noch sehr wichtig finde, gerade wenn es um Motivation geht:

    Gerade am Anfang, aber eigentlich immer, sollte man aufhören wenn es am schönsten ist. Und wenn es nur eine kleine Pause ist. Auf diese Weise peichert man sich nur Erfolgserlebnisse ab. Daher ist es auch besser täglich kurz zu üben, als einmal ganz lang (ändert sich natürlich wenn man mehr Erfahrung hat und weiß was man tut).

    Man kann auch seinen Fokus verschieben: statt „ich male täglich eine Miniatur an“ zu ich male täglich eine Stunde (hlabe Stunde, was auch immer)“. Auf diese Weise hat man sich ein Ziel gesteckt, das man sicher immer erreichen kann. Man speichert sich also auch lauter Erfolgserlebnisse ab.

    Viel schreiben könnte man jetzt noch zu Zielen nach der SMART Methode: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert. Insbesonder beim Punkt realistische Ziele wäre mMn bei vielen noch enorm viel rauszuholen. Insbesondere wenn man sich selbst beobachtet.

    1. Hallo Pink Wotan,

      vielen Dank für das freundliche Feedback und vor allem für deinen Input. Deinen Überlegungen kann ich ebenfalls voll zustimmen.
      Außerdem kam mir dabei der Gedanke, dass ich auch noch mal etwas zum Einsatz von Kanban schreiben könnte. Ich meine sogar, dass ich dazu schon mal einen englischsprachigen Artikel gelesen habe. Ggf. könnte ich das zusammen mit der SMART Methode angehen… da muss ich noch mal in Ruhe drüber nachdenken.

      Nochmals danke für deine Hinweise.

      1. Ich misch mich hier auch mal ein: Meinst du nicht, dass Kanban und SMART etwas übertrieben ist um sich in einem Hobby zu organisieren? Ich mach so was auch sehr gerne und arbeite gerne Organisationsformen aus und erarbeite Strukturen und weiß der Geier alles. Aber dabei erzeugt man schnell mehr Arbeit fürs Organisieren als, dass man letztendlich sich noch dem Hobby widmet. Daher denke ich, dass man das gerne machen kann wenn man auf so was steht aber nur für ein Hobby?!? Auch wenn Kanban recht einfach umzusetzen ist, ist das nur was für spezielle Leute (im Hobby Bereich wo man in erster Linie für sich alleine arbeitet)

        1. Du hast schon recht, dass das sicherlich oftmals zu viel des Guten sein könnte. Ich sehe solche Dinge aber eher als konkrete Hilfemöglichkeit für Leute, die in gewisser Form mit sich in ihrem Hobby unzufrieden sind, z.B. weil sie kein Projekt zu Ende bekommen. Es wäre also eher als Idee oder Angebot für einen speziellen Personenkreis zu verstehen.

          Speziell zu Kanban befürchte ich aber auch ein klein wenig, dass ich nach einem Artikel dazu genervte Mails von Berufsinformatikern o.Ä. bekomme, die keinen Bock haben, sich in ihrer Freizeit auch noch damit befassen zu mössen. 😉

          1. Gut in dem Kontext macht das definitiv Sinn. Wie wäre es damit es nicht direkt als Kanban zu bezeichnen sondern schlicht auf vereinfachte Weise eine oder mehrere Organisationsmethoden aufzuzeigen, die helfen Projekte abzuschließen? Damit ersparst du dir eventuell auch die Mails genervter Leute 😉

            Erfahrung aus meinem Leben: Mit solch organisatorischen Mitteln habe ich es nie geschafft mehr Projekte abzuschließen, sondern nur meine Motivation ganz zu zerschießen 😉 Daher wird das, wie du schon geschrieben hast, nur was für spezielle Leute. Ich finde es aber auch gut, dass du immer klar machst, dass es eine Empfehlung ist und kein Muss. So, dass jeder frei entscheiden sollte ob es was für einen ist.

          2. Ja, falls ich einen Artikel dazu schreiben sollte (was ich für sehr gut möglich halte), werde ich vermutlich so vorgehen, wie du es vorschlägst: „X Strategien, wie du endlich deine Projekte abschließt“ oder so.

  2. Wow, ich dachte schon du bist Corona zum Opfer gefallen und jetzt so ein Artikel. Ja, so was braucht Zeit. Du hast das sehr ausführlich gemacht ohne zu sehr in die Psychologie abzudriften. Ich rede mir ein, dass ich all die Tipps schon selbst für mich entdeckt habe aber vlt. ist das auch unbewusste Inkompetenz?!? Es erinnert mich zumindest daran was gut funktionieren kann und dass ich bald mal wieder malen sollte. Ich bin aktuell dabei neue Minis zu sortieren um sie in Zukunft zu bemalen.
    Danke für diesen Artikel!

    1. Hallo Christoph,

      ich bin zum Glück bisher von Corona weitestgehend unberührt geblieben. Da ich gerade in Elternzeit bin, bleibt allerdings recht wenig Zeit fürs Hobby. Dabei teile ich meine Hobbyzeit ja auch in die Pflege dieser Seite und halt das eigentliche Malen etc. ein. Dieser Artikel hat nun aber auch wirklich recht lange auf sich warten lassen.

      1. Freut mich, dass du verschont geblieben bist und herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs! Ich bin da schon etwas weiter (2 Jahre alte Tochter) und wenn meine beiden Damen (Mama und Kind) im Bett sind kann ich mich austoben.
        Finde ich gut, dass du auch Zeit zum Malen findest und nicht alles in den Blog investierst. Solltest du letztlich auch. Ich habe kürzlich einen gut geschriebenen deutschen Blogartikel gelesen, in dem steht geschrieben mann soll viel üben. Dann kann man das gelernte weitervermitteln und verinnerlicht es dann noch besser 😉
        Noch etwas Info von mir: Ich werde in der nächsten Zeit mir ein eigenes Verdünner-Medium und einen eigenen Shader mischen. Anschließend werde ich mir in 36 Töpfchen eigene Farben zum Lasieren vor mischen. Das vereinfacht meine Arbeit und macht mich stolz, denn ich steh auf darauf mir Material selbst zu machen, anstatt die teuren Dinge zu kaufen. An der Stelle bin ich allerdings tatsächlich auf Material angewiesen um weiter arbeiten zu können. Oder besser gesagt, um mich in dieser Richtung weiter entwickeln zu können. Malen kann ich aber auch mit dem vorhandene Material auf die bisherige Art und Weise. Ich nimm es also nicht als Vorwand nicht malen zu müssen, was eben shcnell passieren kann.
        Der ganze Plan ist im Prinzip gelebt was du geschrieben hast. Ich möchte weniger Geld ausgeben und meinen Arbeitsablauf verbessern. Daher mach ich das. Eine Herausforderung die ich meistern kann, mich nicht überfordert, aber weiter bringt. Ich beschäftige mich dabei intensiv mit der Zusammensetzung von Farben und was ich selbst brauche um auf meine Weise die Minis zu bemalen. Mein Verständnis vertieft sich. Anschließend werde ich es anwenden und wenn sich Routine einstellt suche ich etwas anderes das ich verbessern kann. Wobei verbessern immer aus meiner subjektiven Perspektive zu sehen ist mit meinen eigenen persönlichen Zielen, die aus meiner eigenen Motivation heraus entstehen.
        Langer Kommentar zu einem langen Artikel 😉

        1. Danke für die Glückwünsche.
          Das klingt sehr interessant, was du da schreibst und ich bin mir sicher, dass du durch dein Vorgehen viel lernen wirst.
          Welche Farben verwendest du als Ausgangsmaterial für die Lasuren? Nur aus Interesse: Sind das Farben aus dem Hobbybereich oder bedienst du dich da aus anderen Quellen?

          1. Die Farben sind aus einem alten Bestand meiner Frau und damit spar ich mir den Kauf teurer Farben speziell für die Minis. Es sind große Flaschen aus dem Heimwerker/Bastelbereich von der Marke Alpina, die zur Einfärbung anderer Farben dienen. Vermutlich um weiße Wandfarbe einzufärben. Klar so Metallic, Blut oder andere Effekte habe ich mir dann doch von Citadell dazu gekauft, aber das macht dann nicht viel aus.
            Tatsächlich bin ich auch mit meinen Lasuren bisher noch nicht zufrieden und habe das Lasieren auch noch nicht ganz im Griff. Dein Artikel dazu hat mir zwar sehr viel geholfen aber ich muss aktuell eben alles dauernd neu mischen und das frisst Zeit (Rezepte habe ich aufgeschrieben). Daher möchte ich vormischen um den Ablauf zu beschleunigen. Ich kann mit meiner Arbeitsweise deinen Artikel nur nochmal bestätigen 😉

          2. Meinst du so Abtönfarben? Falls ja, solltest du darauf achten, dass die für Acrylfarben geeignet sind.
            Mich würde jedenfalls interessieren, ob du damit für dich zufriedenstellende Ergebnisse hinbekommst. Über einen Erfahrungsbericht würde ich mich also freuen. 🙂

          3. Auf den Flaschen steht „Voll- und Abtönfarbe“. Laut Inhaltsstoffen sind es auch Acrylfarben. Bisher konnte ich ganz gut damit arbeiten, wenn ich deckend arbeiten wollte. Ich schicke dir gerne einen Erfahrungsbericht mit meinen Lasier-Erfahrungen, sobald ich alles getestet habe und das Material dazu da ist. Ich schicke dir dazu noch eine Email 😉

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