Farben

Welche Farben verwendet man zum Bemalen von Miniaturen? Muss ich Games Workshop Figuren mit Games Workshop Farben und Privateer Press Modelle mit Privateer Press Farben bemalen? Was ist mit Bezeichnungen wie „Wash“ oder „Ink“ gemeint? Diese Fragen beantworte ich im folgenden Artikel.

Dieser Artikel soll auch für absolute Neulinge und Anfänger in unserem Hobby verständlich sein. Solltest du dich schon etwas länger für das Bemalen von Miniaturen interessieren, werden dir viele der Dinge, die ich hier schreibe, sicherlich bewusst sein. Aber wer weiß, vielleicht findet sich ja auch für dich das eine oder andere Neue. (Riskier’s einfach und lies die paar Seiten! 😉 )

Welche Farben eignen sich für unser Hobby?

Acrylfarben

Wenn wir Miniaturenbemaler von „Farben“ sprechen, meinen wir fast immer Acrylfarben. Das gilt auch für diesen Artikel. Acrylfarben bestehen aus Farbpigmenten, dem Bindemittel Acryl (Kunstharzteilchen) und Wasser als Lösemittel. Außerdem gibt es oft noch weitere Zusätze, die die Eigenschaften der Farbe weiter beeinflussen. Eine ausführlichere Erklärung der Bestandteile von Acrylfarben (und wie man diese manipulieren kann) findest du hier.

Im Modellbau- und Miniaturenbereich kommen allerdings auch andere Farben zum Einsatz, die ich nachfolgend nur kurz ansprechen möchte

Emailfarben (enamel paints)

Bis zur Verbreitung von Acrylfarben waren Emailfarben im Modellbau lange Zeit der Standard. Meine allerersten Modelle habe ich auch noch mit diesen Farben bemalt.

Der Name Email (auch Emaille) leitet sich zwar von dem Schmelzüberzug ab, den man z.B. von alten Kochtöpfen kennt, doch verweist der Name der Farben eher auf ihre Optik als auf das eigentliche Verfahren (damit hat es nämlich nichts zu tun). Es handelt sich dabei um Alkydharzfarben, die – wenn sie getrocknet sind – ein recht glänzendes Finish aufweisen. Im Gegensatz zu den wasserlöslichen Acrylfarben lassen sich Emailfarben nur mit Lösemitteln wie z.B. Terpentinersatz verdünnen (und die Pinsel auch nur damit reinigen). Bekannte Marken sind Revell (*) und Humbrol (*).

Ich persönlich kenne niemanden mehr, der Miniaturen noch mit Emailfarben bemalt. Allein schon die unangenehmen Gerüche des Lösemittels sprechen für mich gegen ihren Einsatz.

Ölfarben

Ölfarben verwenden als Bindemittel Öle, die an der Luft aushärten. Wie beim Malen mit Emailfarben benötigt man hier ein Lösemittel wie Terpentinersatz (oder auch Terpentinöl oder Ethanol), um die Farben zu verdünnen und die Pinsel zu reinigen.

Obwohl man Ölfarben eher von der Leinwandmalerei her kennt, ist es durchaus möglich, Miniaturen mit Ölfarben zu bemalen. Ich vermute allerdings ganz stark, dass die wenigen Hobbyisten, die sich an das Malen mit Ölfarben heranwagen, ohnehin einen gewissen künstlerischen Background und vielleicht auch schon etwas Erfahrung mit dem Malen in Öl auf Leinwand haben. Neben der nicht ganz einfachen Handhabung sind die langen Trocknungszeiten ein klarer Nachteil, der gegen den Einsatz von Ölfarben beim Bemalen von Miniaturen spricht.

Auch wenn das vollständige Bemalen einer Figur mit Ölfarben sicherlich die Ausnahme darstellt, nutzen viele Hobbyisten – mich eingeschlossen – Ölfarben in stark verdünnter Form gerne als Wash. (Wie genau man diese einsetzt, werde ich einmal in einem anderen Artikel erklären.)

Welche Farbsortimente sind empfehlenswert?

Acrylfarben kommen natürlich auch in vielen anderen Situationen zum Einsatz – nicht nur beim Bemalen von Miniaturen. Allerdings ist Acrylfarbe nicht gleich Acrylfarbe. So lassen sich auch Baumarkfarben etc. für bestimmte Aufgaben in unserem Hobby zweckentfremden, doch macht man sich damit das Leben nicht immer leichter. Es ist also eine gute Idee, sich anfangs Farben zu kaufen, die wirklich für das Bemalen von Miniaturen gedacht sind. Es bringt wenig, etwas Geld zu sparen, wenn man letztendlich von seinem neuen Hobby nur frustriert ist und deswegen ohnehin nicht lange dabei bleibt. Wenn man etwas Erfahrung gesammelt hat und weiß, worauf es einem selbst bei seinen Farben ankommt, kann man später noch immer herumexperimentieren.

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von namhaften Herstellern, die Acrylfarben produzieren, die bestens für unser Hobby geeignet sind. Hier eine Auswahl bekannter Marken in alphabetischer Reihenfolge:

Solltest du Anfänger sein, lass dich von der breiten Auswahl an Möglichkeiten nicht abschrecken. Du triffst hier keine Entscheidung fürs Leben und mit irgendetwas musst du halt anfangen. Folgende Fragen könnten dir vielleicht helfen, eine erste Entscheidung zu treffen:

Bekomme ich die Farben vor Ort?

Ich empfinde es als äußerst praktisch, wenn ich einfach in meinen Hobbyladen vor Ort gehen kann, um meine Farben zu kaufen. Ich kann die Fläschchen in die Hand nehmen und die Farben miteinander vergleichen. Getrocknet sehen die Farben dann zwar immer noch etwas anders aus, aber andererseits ist es fast unmöglich einen Farbton nur durch dessen Dartellung auf meinem Monitor oder Handydisplay auszuwählen.

Dies ist auch der Grund, warum ich relativ viele Citadel/ Games Workshop Farben habe. Sollte mir mal eine Farbe ausgehen, komme ich notfalls auch recht schnell an Nachschub. Ich male auch sehr gerne mit Scale 75, muss diese Farbe aber immer online bestellen und somit etwas besser planen.

Womit malen meine Freunde?

Wenn du Freunde haben solltest, die das Hobby schon etwas länger betreiben, könntest du dich an deren Farbsortiment orientieren. Sie kennen sich vermutlich mit dem Sortiment schon gut aus und können dir bestimmt hilfreiche Tipps bei der Farbwahl geben. Außerdem können sie dir wahrscheinlich immer mal wieder mit ein paar Tropfen Farbe aushelfen.

Wie komme ich mit den Farben zurecht?

Diese Frage wird sich ein Anfänger natürlich nicht einfach so beantworten können. Wenn man jedoch Freunde hat, die das gleiche Hobby betreiben oder es vor Ort einen entsprechenden Hobbyladen gibt, wird man bestimmt auch Gelegenheiten bekommen, unterschiedliche Farben auszuprobieren.

Ich selbst habe in der Vergangenheit bei Bestellungen in Online-Shops immer mal wieder eine einzelne Farbe aus einem Sortiment, das ich sonst nicht nutze, in meinen Warenkorb gepackt. Einfach deswegen, weil ich das andere Sortiment einfach mal ausprobieren wollte.

Ein Teilaspekt des „Zurechtkommens“ ist für mich auch das Gebinde, in dem die Farben angeboten werden. Die meisten Hersteller verwenden mittlerweile sogenannte dropper bottles (dt. Tropfflaschen), also Fläschchen mit eine winzigen Öffnung, aus denen man die Farbe tropfenweise auf seine Palette geben kann. Für die allgemeine Handhabung und zur Dosierung ist das sehr praktisch. Es gibt aber auch noch Hersteller, die ihre Farben in Töpfchen verkaufen – allen voran ist hier natürlich Citadel/ Games Workshop zu nennen. (Hinweis: Wer sich sehr an den Töpfchen stört, aber trotzdem gerne mit GW Farben malt, kann die Farben natürlich auch selbst umfüllen. Leere Plastikfläschchen (*) sind online schon recht günstig zu haben.)

Wie ist das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Zu der Zeit, in der ich diesen Artikel schreibe (April 2019) bewegen sich die Kosten für ein Fläschen Farbe um die 3 Euro herum. Dabei gibt es durchaus deutliche Abweichungen je nach Hersteller und Verkäufer. Hier ein Beispiel:

Ein Töpfchen Citadel/ Games Workshop Farbe kostet im Games Workshop Laden derzeit 3,60 Euro und beinhaltet 12 ml Farbe. Das sind 30 Cent pro ml. Im Online-Versand finde ich Army Painter Fläschchen (17 ml) für 2,50 Euro. Das sind knapp 15 Cent pro ml und somit nur die Hälfte der Kosten.

Noch günstiger kann es werden, wenn man Farben in Sets kauft. Bei diesem Set von Vallejo (*), kommt man beispielsweise derzeit auf etwas weniger als 14 Cent pro ml. Natürlich muss man auch immer beachten, welche Farben man für sein Projekt wirklich benötigt. Ich persönlich denke aber, dass dieses Set einen guten ersten Grundstock an Farben bietet (u.a. da es auch Metallics beinhaltet).

Natürlich lässt sich der Punkt Preis-Leistung nicht losgelöst von allen anderen hier genannten Punkten sehen. Wenn ich beispielsweise nur wenige Farben benötige, sie aber vor Ort nicht kaufen kann und somit bestellen muss, können die Versandkosten die Ersparnis schnell auffressen. Außerdem bringt mir der günstigste Preis nichts, wenn ich lieber mit anderen Farben male. Ich selbst male beispielweise lieber mit Scale 75 als mit Army Painter und dafür nehme ich den etwas höheren Preis in Kauf.

Sind unterschiedliche Sortimente miteinander kombinierbar?

Alle Acryl-Hobbyfarben sind ohne Einschränkungen problemlos miteinander kombinierbar. Die große Auswahl an Farben, die einen als Anfänger noch zu überwältigen droht, bedeutet später, dass man eine nahezu unbegrenzte Auswahl unterschiedlicher Farbtöne fertig kaufen kann. Allerdings: Bei Farben, die sehr spezielle Eigenschaften aufweisen, wie beispielsweise die GW Contrast Reihe (siehe unten), kann ein Mischen mit anderen Farbreihen dazu führen, dass diese sich diese Eigenschaften verändern bzw. verloren gehen.

Früher oder später werden sich für dich deine „Lieblinge“ herauskristallisieren. Wie schon mehrfach geschrieben, male ich gerne mit Scale 75 Farben. Wenn es aber um Metallicfarben geht, finde ich die Vallejo Metal Color Reihe (*) sogar noch besser. Und bei den Washes bleibe ich immer wieder an den Produkten von Citadel/ Games Workshop hängen.

Achso, und natürlich bedeutet das auch, dass man Citadel/ Games Workshop Modelle selbstverständlich auch mit den Farben anderer Herteller bemalen kann. (Und das führt zu keinerlei Einbußen in der Qualität des Ergebnisses!) 🙂

Welche Relevanz haben die Namen der Farben?

Einige Firmen versuchen mit den Namen, die sie ihren Farben geben, einfach nur eine möglichst genaue Beschreibung des Farbtons abzuliefern, wie z.B. Green Brown für einen Braunton mit Grünstich. Das ist allerdings bei Weitem nicht immer der Fall bzw. oftmals lässt sich auch darüber streiten, ob der gewählte Name auch wirklich so passend ist.

Andere Firmen wiederum wählen möglichst kreative (und vermutlich markentechnisch leichter zu schützende) Namen wie Naggaroth Night. Dass es sich hierbei um einen Violettton handelt, kann man eigentlich nur raten.

Ich empfehle deshalb, dass den Namen der Farben nicht sonderlich viel Bedeutung beigemessen werden sollte. Nur weil eine Farbe beispielsweise „Bestigor Flesh“ heißt, bedeutet das nicht, dass sie sich ausschließlich dazu eignet, Haut zu bemalen.

Was bedeuten Begriffe wie „Wash“, „Ink“, „Shade“ etc.?

In der Regel funktionieren unsere Acrylfarben immer gleich. Man gibt etwas Farbe auf eine Palette, vermischt sie mit etwas Wasser oder auch Acrylmediumund kann sie dann auf das Modell auftragen. Neben den „normalen“ Acrylfarben gibt es jedoch auch noch andere Produkte, die spezielle Funktionen haben bzw. spezielle Eigenschaften aufweisen, die sie von den „normalen“ Farben unterscheiden.

Ich werde im Folgenden versuchen, die gängigsten Begriffe zu erklären, die sich in diesem Zusammenhang auf den Farbfläschchen/-töpfchen finden lassen. Dies ist allerdings nicht immer ganz einfach, da einzelne Hersteller unterschiedliche Begriffe für die gleiche Funktion verwenden.

Washes/ Shades/ Tuschen

Washes sind sehr flüssige Farben, die vergleichsweise wenige Farbpigmente und stattdessen einen recht hohen Anteil an Medium, flow improver und vermutlich auch Trocknungsverzögerer beinhalten.

Ihre Hauptaufgabe besteht darin, in die Vertiefungen einer Miniatur zu laufen und dort Schatten zu bilden. Üblicherweise verwendet man einen Farbton, der etwas dunkler als die Hauptfarbe ist, die man schattieren möchte. Der flow improver hilft, dass sich die wenigen Farbpigmente in der Farbe fast von allein in den Vertiefungen der Figur sammeln.

Washes können zwar auch zum Einfärben einer Miniatur genutzt werden und ich habe auch schon Miniaturen fast ausschließlich mit Washes bemalt, doch gibt man dabei beim Bemalen eine ganze Menge an Kontrolle auf. Vor allem beim Einfärben größerer Flächen kann es zudem leicht zu einer fleckigen Optik kommen. Man spricht hier auch oft von coffee stains.

Andere Wörter für Wash sind Tusche oder Shade. Meiner Meinung nach ist der Begriff Shade sehr treffend, da er darauf hinweist, wozu diese Produkte eigentlich gedacht sind: Sie „erzeugen“ Schatten. Das, meiner Meinung nach empfehlenswerte, Wash Sortiment von Citadel/ Games Workshop (*) läuft beispielsweise unter dem Namen Shade. Auf den Fläschchen von Army Painter (*) finden sich gleich beide Begriffe. Der Begriff „Tusche“ wiederum ist sehr missverständlich, da hier eine Verwechslungsgefahr mit Inks besteht.

Inks

Die Begriffe „Wash“ und „Ink“ werden merkwürdiger Weise von einigen Hobbyisten synnonym verwendet. Der Grund hierfür ist vermutlich, dass beide Farb“sorten“ eine recht flüssige Konsistenz aufweisen. Darüber hinaus führt vermutlich die Übersetzung vom Englischen ins Deutsche ebenfalls zu Missverständnissen: Das englische „ink“ entspricht dem deutschen „Tinte“. Allerdings wird „ink“ auch als „Tusche“ übersetzt: der amerikanische Begriff für „Chinesische Tusche“ lautet z.B. „Indian ink„. Wenn man jedoch in unserem Hobby in Deutschland von „tuschen“ spricht, meint man eigentlich „washen“. Alles klar soweit? 😉

Washes“ und „Inks“ unterscheiden sich allerdings in in ihrer Funktion und Einsatzweise recht deutlich, sodass man sie auch begrifflich klar auseinanderhalten sollte.

Inks sind zwar dünnflüssig, weisen jedoch eine recht hohe Pigmentdichte und kräftige Farbtöne auf. Trotzdem bleiben sie transparent. Außerdem tendieren sie zu einem glossigen Finish. Häufig beinhalten Inks keine Farbpigmente, sondern wasserlösliche Farbstoffe.

Die Hauptaufgabe von Inks ist das weitere Einfärben bereits bemalter Bereiche einer Miniatur. Wenn man eine rot bemalten Fläche noch knallroter erscheinen lassen möchte, kann man diese mit einem roten Ink überpinseln.

Dabei sollte das Ink nicht wie ein Wash in die Vertiefungen laufen, sondern gleichmäßiger aufgetragen werden. Insofern eignen sich Inks gut, um als Glaze eingesetzt zu werden. (Nur kurz zur Erklärung des Begriffs Glaze: Es handelt sich dabei um eine Farbe, deren Pigmentanteil so stark verdünnt wurde, dass die Farbe nur noch in hauchdünnen, nicht mehr deckenden Schichten aufgetragen werden kann. Wozu das nützlich ist, habe ich hier beschrieben. Dabei ist zu beachten, dass zwar jedes Ink als Glaze aufgetragen werden kann, dass aber nicht jedes Glaze ein Ink ist.)

links: Inktense Red (Scale 75); rechts: verdünntes Scarlet Red (Vallejo Model Air)

Die besondere Eigenschaft von Inks ist, dass sie trotz kräftiger Farbe ziemlich transparent aufgetragen werden können. In dem Beispielfoto oben habe ich zwei Plättchen mit meinem Airbrush besprüht – links habe ich ein leicht verdünntes Ink und rechts eine noch stärker verdünnte rote, „normale“ Airbrushfarbe verwendet. Wie man leicht erkennen kann, wirken die schwarzen Streifen unter der normalen Farbe deutlich verwaschener als unter dem Ink.

Ein Preis-Leistungs-technisch gutes Ink Set gibt es beispielsweise von Vallejo (*).

Metallics

Metallicfarben sind wohl den meisten Leuten ohnehin auch aus anderen Kontexten (z.B. beim Auto) bekannt. Es handelt sich dabei um Farben, die reflektierende Pigmente (in der Regel aus dem Mineral Glimmer, selten auch einmal wirklich aus Metall) beinhalten.

In den meisten Punkten verhalten sich Metallicfarben eigentlich wie alle anderen Farben auch. Sie weisen allerdings auch ein paar Besonderheiten auf:

Zum einen neigen Metallicfarben in ihrem Gebinde dazu, sich zu trennen und zu verklumpen, sodass man diese vor ihrem Einsatz gut schütteln sollte. Außerdem bietet sich der Einsatz von Agitatorenkugeln (*) an.

Gerade weil diese Farben gerne verklumpen (und weil viele Hersteller für Metallicfarben ein eher zähflüssiges Gelmedium verwenden), ist es eine gute Idee, diese Farben mit etwas Acrylmedium zu strecken. (Eine Verdünnung mit Wasser ist auch möglich, doch neigen Metallicfarben sehr schnell dazu, sich zu trennen, sodass man keine homogene Masse mehr hat, mit der man malen kann.)

Des Weiteren ist es sinnvoll für Metallicfarben einen eigenen Wasserbecher zum Ausspülen der Pinsel zu verwenden. Die Metallicpartikel schwimmen ansonsten im Wasser und können beim weiteren Ausspülen des Pinsels dann wieder in dessen Haarkörper und anschließend an unerwünschter Stelle auf das Modell geraten.

Meiner Meinung nach ist die Metal Color Serie von Vallejo (*) wirklich hervorragend. Die Farben sind für die Airbrush gedacht, lassen sich aber auch wunderbar gleichmäßig mit dem Pinsel auftragen und sind bei mir auch noch nie verklumpt. Die Farben haben allerdings auch durchaus ihren Preis (kommen aber auch in 32 ml Fläschchen). Außerdem mag ich die Metal n‘ Alchemy Reihe von Scale 75. Richtig verdünnt lassen sie sich ebenfalls gut auftragen und die Farbtonauswahl finde ich sehr gelungen

Airbrush/ Air

Airbrushfarben sind – wenig überraschend – dafür gedacht, durch einen Airbrush aufgetragen zu werden. Sie sind flüssiger als „normale“ Farben und ihre Pigmente sollten auch feiner gemahlen sein. Außerdem kann man davon ausgehen, dass ihnen schon etwas flow improver beigemischt wurde. All dies soll dazu beitragen, dass die Farben schön ebenmäßig aufgesprüht werden können und die Düse der Airbrush nicht verstopft.

Airbrushfarben lassen sich ohne Probleme auch mit einem Pinsel auftragen. Was mich angeht, sind Airbrushfarben sogar von Haus aus viel näher an der Farbkonsistenz dran, die ich zum Malen mit dem Pinsel nutze, als „normale“ Farben. Man sollte sich also von dem Zusatz „Airbrush“ nicht abschrecken lassen – auch wenn man keinen Airbrush besitzt. (Der Einsatz von „normalen“ Farben in einem Airbrush kann dagegen viel eher zu Problemen führen.)

Auch für Airbrushfarben gibt es ein gutes und recht günstiges Set von Vallejo (*).

Base, Layer, Dry, Contrast (GW spezifisch)

Aufgrund der weiten Verbreitung von Citadel/ Games Workshop Farben, möchte ich kurz noch auf diese Begriffe eingehen. In dem aktuellen Sortiment von Citadel/ Games Workshop werden die Farben nach der ihnen zugedachten Funktion eingeteilt.

Base Farben sind pigmentstark und sind dafür gedacht, als Grundfarbton aufgetragen zu werden. Layer Farben sind etwas weniger deckend und zum Schichten gedacht. Ich möchte hier das Wort „gedacht“ betont wissen, denn natürlich lassen sich die Farben auch andersherum nutzen.

Die Dry Farben hingegen sind extrem trockene Farben, die sich eher mit einem Spachtel als mit einem Pinsel aus dem Farbtopf nehmen lassen. Sie sind zum Trockenbürsten da und auch wirklich nur dafür geeignet (bzw. meiner bescheidenen Meinung nach auch dafür nicht sonderlich gut – ich komme mit diesen trockenen Farben einfach nicht klar).

Die Contrast Farben sind das neueste Produkt unter den GW Farben und dafür gedacht, einen schnellen Zugang zum Bemalen von Miniaturen zu finden. GW empfiehlt, sie auf einer hellen Grundierung in einer dicken Schicht aufzutragen. Die Farbe sammelt sich in den Vertiefungen der Miniatur und scheint auch während des Trocknens etwas zu schrumpfen, sodass sie sich von den höchsten Stellen der Miniatur zurückzieht. Die Idee dahinter ist, dass man auf diese Weise mit einem Arbeitsschritt einen Grundfarbton sowie Schattierungen als auch Highlights erhält.

links: GW Contrast Blood Angels Red; rechts: SC75 Inktense Red

Die Contrast Farben teilen sich Eigenschaften mit Inks und Washes, lassen sich jedoch meiner Meinung nach keiner der beiden Kategorien eindeutig zuordnen. In dem Vergleichsbild oben lassen sich Ähnlichkeiten und Unterschiede recht gut erkennen. Neben der Contrast Farbe Blood Angles Red habe ich das Ink Inktense Red von Scale 75 eingesetzt. Und zwar so, wie GW dies für seine Contrast Reihe empfiehlt (also viel Flüssigkeit, die sich in den Vertiefungen sammeln soll).

Contrast Farben teilen mit Inks die Eigenschaften, dass sie transparent und pigmentstark sind. Sie sollen aber eher wie Washes aufgetragen werden. Es wird dabei deutlich, dass das GW Rot besser deckt. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass die Contrast Farben in den Vertiefungen dunkler werden und somit wie ein Schatten wirken. Das Rot von Scale 75 hingegen wird in den Vertiefungen „roter“ – also im Sinne von farbintensiver/ leuchtender. (Für die Darstellung von Schatten ergibt dies natürlich wenig Sinn.)

Abschließende Bemerkung

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel einen groben Überblick über unsere Hobby-Acrylfarben verschaffen konnte.

Es sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass einigen Hersteller mehr als ein Farbsortiment anbieten. So unterscheiden beispielsweise einigen Hersteller zwischen Farben, die allgemein für den Modellbau geeignet sind (und in der Regel viele gedecktere Farbtöne beinhalten) und Farben, die für Tabletop-Miniaturen gedacht sind (und mehr knalligere Töne enthalten). Beispiele für erstere sind Vallejo Model Color und Scalecolor von Scale 75. Beispiele für zweiteres sind Vallejo Game Color und Fantasy & Games von Scale 75.

12 Replies to “Farben”

  1. Hallo, vielen Dank für deinen Blog! Nach textbasierten Bemaltipps hab ich schon länger gesucht. Dein Schreibstyl ist sehr angenehm und verständlich zu lesen :-D. Die Hintergrundinfos, welche über das eigentliche Malen hinweg gehen, helfen mir sehr.
    Auf deinen Blog bin ich nach langem googlen (über spielen.de) wegen einem konkreten Problem gestoßen welches mit hellen Farben zu tun hat, daher mein Kommentar.

    Ich habe erst Anfang 2019 mit dem Malen beognnen da wir mittlerweile mehrere Brettspiele mit Minis haben (Zombicide BP u. GH + Kickstarter, SuperDungeonExplore 2 und Das Schwarze Auge). Zum Einstieg habe ich das Zombicide Malset + grünen Primer, drei Pinsel und die Kugeln zum Mischen zugelegt, alles von ArmyPainter. Da ich meine Zombies nicht grün anmalen möchte und in dem Basisset die Grundfarben für das Mischen fehlen bin ich nochmal einkaufen gegangen und hab mittlerweile eine recht stattliche Farbpallete (Army Painter, Citadel und Vallejo ModelColor und GameColor). Die ersten Bemalversuche meiner Zombies sind tatsächlich auch gut gelungen (das gute ist das ein Zombie halt auch scheiße aussehen darf ;-D und zur not klatscht man am Schluss Blut drauf). Den ersten Matt-Klarlack hab ich versaut, zu viel und zu nah…

    Aber nun meine eigentliche Frage (du hattest es beim Grundieren bereits kurz angesprochen). Generell komme ich mit allen Farben gut klar nur die hellen Farben von Vallejo machen Probleme (sowohl Model als auch Game Color). Konkret sind es „Dead White“, „Moon Yellow“ und „Basic Skin Tone“. Selbst nach vier mal unverdünnt decken die Farben nicht (wie gesagt habe ich derzeit einen grünen Primer). Der Verkäufer im Geschäft meinte sogar das er das Gelb verdünnt. Hatte auch versucht zuerst das Weiß aufzutragen und anschließend das Gelb, aber es ist frustrierend weil immer das grün durchkommt an den Erhöhungen. Hast du einen Tipp? Muss ich verdünnen, oder sind helle Farben von Vallejo nicht deckend sondern eher für Lasuren geeignet? Kannst du die von GW oder AP empfehlen?

    Ansonsten hätte ich noch Anregungen zu Themen für deinen Blog. Grundlegendes zum Mischen von Farben (versuche mich verzweifelt an einem leuchtenden Türkis) und zweitens würde mich interessierten warum so viele zum verdünen der Farbe raten (unverdünter Auftrag funktioniert zumindest bei mir mit ArmyPainter super)?

    Vielen Dank schon mal und weiter so!

    1. Hallo Affe,
      erst einmal vielen Dank für dein freundliches Feedback. Ich freue mich immer sehr, wenn jemand meine Ausführungen hilfreich findet und es motiviert mich natürlich, diesen Blog regelmäßig weiterzuführen.
      Zu deiner Frage bezüglich der hellen Farben auf der grünen Grundierung:
      Wenn ich das richtig sehe, ist die grüne Army Painter Grundierung ja ein recht dunkler Farbton. Und das bedeutet, dass du oft auf Schwierigkeiten stoßen wirst, wenn du anschließend eine helle Farbe auftragen möchtest. Eine Ferndiagnose ist natürlich nicht ganz einfach und ich selbst habe natürlich auch bei weitem noch nicht alle Grundierung-Farb-Kombinationen durch, aber ich vermute, dass dein Problem an einer der folgenden beiden Schwierigkeiten (oder an einer Kombination der beiden) liegt:
      1) Die Grundierung ist zu glatt.

      Ich selbst habe Army Painter Grundierungen noch nicht verwendet, habe aber nun schon mehrfach gelesen, dass die Grundierungen dieser Firma etwas zu glatt sind, um eine perfekte Grundierung abzugeben. Das bedeutet, dass die nachfolgenden Farben schlechter auf der Oberfläche halten. Dies könnte auch der Grund für den von dir beschrieben Effekt sein, dass die Farbe an den erhöht liegenden Stellen immer wieder durchschimmert. Die Farbe rutscht durch die Schwerkraft in die Vertiefungen, sodass an den erhöht liegenden Stellen nicht mehr genug Farbe übrigbleibt, um zu decken.

      2) Die Grundierung ist zu dunkel. (Bzw. die danach aufgetragene Farbe ist zu hell.)
      Die Maßnahmen, die du wegen beider Punkte ergreifen könntest, decken sich teilweise (no pun intended 😉 ).
      a) Du könntest schlichtweg die Grundierung wechseln und etwas von z.B. Vallejo oder Games Workshop verwenden. Außerdem wäre es in diesem Fall auch sinnvoll auf einen helleren Farbton umzusteigen.

      b) Alternativ könntest du auch versuchen, auf der grünen Grundierung erst einmal mit Weiß trockenzubürsten – und zwar großflächig das komplette Modell und am besten mit einem weichen Make-up Pinsel. Da du ja „trocken“ bürstest, enthält die Farbe nicht genug Flüssigkeit, um in die Vertiefungen zu laufen. Wenn du anschließend die eigentlich gewünschte Farbe aufträgst, hätte sie zum einen etwas, um sich festzuhalten und zum anderen müsste die nächste Farbschicht auch gar nicht mehr so stark decken, da du ja auf Weiß malst. Die Vertiefungen bleiben auf diese Weise zwar dunkler, aber das ist in der Regel ja ohnehin gewünscht, um Schatten darzustellen.

      c) Die von dir angesprochenen Farben von Vallejo sind wirklich helle Farbtöne und die direkte Kombination von dunkler Grundierung und heller Farbe führt in der Regel zu einem fleckigen Ergebnis. Normalerweise sollte man deswegen mindestens einen dazwischenliegenden Farbton als Zwischenschritt einbauen. Eine dafür gut geeignete Farbe ist Averland Sunset von Games Workshop. Es handelt sich dabei um einen sehr dunklen Gelbton, also eher ein Ocker und auch verdünnt deckt die Farbe in der Regel in zwei Schichten. Ich kenne den Maler, der dieses Modell hier bemalt hat: https://www.instagram.com/p/BvcoOI1HiDf/ Er hat dabei die Markierungen auf dem Schulterpanzer mit Averland Sunset direkt über Schwarz gemalt und ich finde das Ergebnis ziemlich überzeugend.

      Für Fleischfarben eignet sich beispielsweise Rakarth Felsh (auch von Games Workshop). Grundsätzlich kann man eigentlich sagen, dass alle „Base“ Farben von GW eine gute Deckkraft besitzen.
      Ich persönlich würde mich wohl vermutlich erst einmal für Lösung c) entscheiden, aber – wie gesagt – die Ferndiagnose ist da nicht ganz einfach.

      Zu deinen Vorschlägen:
      Ja, Farben mischen gehört ja zum Bereich „Farbtheorie“ und das ist definitiv auf meiner to-do-Liste. Allerdings ist dieser Punkt auch deutlich komplexer, als man anfangs so glaubt und ich werde vermutlich ohnehin mehr als einen Artikel zu diesem Thema schreiben müssen. Allerdings muss ich dazu auch erst einmal meine eigenen Gedanken ordnen. Immer wenn ich mich mit diesem Thema beschäftige (und zum Beispiel Bücher dazu lese), komme ich vom 100. ins 1000. Ich muss mir also wirklich Gedanken darüber machen, welche Aspekte für uns und unser Hobby wirklich relevant sind.
      Das Verdünnen oder Strecken der Farben ist etwas, das generell empfehlenswert ist. Ja, es gibt Farben, die für einige Anwendungen wirklich keine weitere Flüssigkeitszugabe mehr benötigen. Allerdings verdünnen wir alle unsere Farben zumindest ein klein wenig, indem wir unseren Pinsel auswaschen und etwas Flüssigkeit im Haarkörper behalten. Wie gesagt, für einige Anwendungen bei einigen Farben ist das ausreichend. In der Regel sind die Farben jedoch zu dickflüssig. Duncan von Warhammer TV zeigt in diesem kurzen Video recht anschaulich, welchen Vorteil das Verdünnen der Farben mit Wasser bietet: https://www.youtube.com/watch?v=wxWgsqSf74s
      Im Wesentlichen geht es dabei um mehr Kontrolle und einen gleichmäßigeren Farbauftrag. Man sollte dabei beachten, dass die verdünnte Farbe zwar erst einmal mehr Flüssigkeit beinhaltet und somit weniger kontrollierbar erscheint. Doch bevor man die Miniatur mit dem Pinsel berührt, sollte man ohnehin immer kurz über ein Blatt Papier streichen, um die Pinselspitze zu formen und um unnötige Flüssigkeit abzugeben.
      Ich habe in dem Artikel über Zusätze in unseren Farben schon mal etwas über das Verdünnen geschrieben, aber ich glaube, dass du recht hast und es sich lohnt, dies noch einmal explizit an anderer Stelle zu tun.

      Vielen Dank jedenfalls noch einmal für dein Feedback. Ich hoffe, dass meine Antworten zumindest etwas hilfreich waren.

  2. Hey,

    wie ist denn deine Meinung zu der neuen Contrast Farben Reihe von Citadel?
    Die sehen eigentlich ganz gut aus, um schnell vernünftige Ergebnisse zu erzielen

    1. Hallo!
      Ich bin auf jeden Fall neugierig und gespannt, sie selbst einmal auszuprobieren. Meine Meinung dazu basiert bisher nur auf diversen YouTube Videos, die ich mir dazu angesehen habe und auf reiner Spekulation meinerseits.

      Auf der Pro-Seite sehe ich:
      – grundsätzlich finde ich alles gut, was den Leuten einen schnellen Einstieg in unser Hobby ermöglicht
      – ein neues Produkt erlaubt auch erfahreneren Malern eine neue Möglichkeit
      – die Ergebnisse sehen wirklich gar nicht mal so schlecht aus und für Tabletop-Spieler, die ungern mit grauem Plastik spielen, scheinen sie eine echte Alternative zu sein

      Auf der Contra-Seite steht für mich:
      – die Farben lassen sich nur untereinander und nicht mit anderen Acrylfarben mischen
      – ein Neueinsteiger, der zunächst nur mit Contrast malen lernt, könnte sich ggf. schwerer tun, sich an andere Farben heranzutrauen
      – ich vermute, dass die Farben nicht ganz billig sein werden – GW erlaubt seinen Kunden damit ja im Wesentlichen, einen Bemalschritt (also das Washen) zu überspringen, was bedeutet, dass sie eine Farbe weniger verkaufen

      Aber wie gesagt, ich habe sie bisher noch nicht selbst ausprobiert. Gespannt bin ich vor allem darauf, was die kreativeren Köpfe der Community so alles mit diesen Farben anstellen werden. Ich vermute, dass es Anwendungsmöglichkeiten gibt, auf die ich selbst so auf die Schnelle gar nicht kommen würde.

  3. Hallo!

    Vielen Dank für die hilfreichen Tipps und Tricks in Deinem Blog.
    Zwei Dinge würden mich noch interessieren.
    1. Was ist Dein Tipp zum Entfärben von bereits bemalten Minis? Man liest ja vieles – Brennspiritus, Nagellackentferner, Kunststoffreiniger,…

    2. Ich habe noch völlig eingetrocknete Farben von GW aus dem alten Farbschema (Skull White usw.). Gibt es eine Möglichkeit, diese zu reaktivieren? Insbesondere die Inks würde ich gerne wieder verwenden können.

    Viele Grüße
    Jan

    1. Hallo Jan,
      vielen Dank für das freundliche Feedback.
      Ich weiß nicht, ob dir meine Antworten wirklich weiterhelfen, aber ich versuch es einfach mal:

      Zu deiner 1. Frage: Ich selbst entfärbe Miniaturen nicht, die ich schon einmal bemalt habe, da ich gerne meinen Bemalfortschritt über die Jahre verfolgen möchte. Das heißt aber nicht, dass ich nicht verstehen kann, warum man beispielsweise gebraucht gekaufte Miniaturen entfärben möchte. Ein paar Dinge habe ich aber über die Jahre aufgeschnappt (aber selbst nie probiert):
      – Natürlich ist entscheidend, woraus die Miniatur besteht. Metall ist sehr unempfindlich und kann agressiv behandelt werden, Plastik ist schon empfindlicher und kann rau werden – ggf. können auch Details verwaschen wirken. Resinfiguren sind besonders empfindlich und könnten sich bei zu agressiven Vorgehen quasi auflösen.
      – Grundsätzlich eignet sich wohl Alkohole gut zum Entfärben – allen voran Isopropanol. Somit lassen sich prinzipiell alle Mittel verwenden, in denen Isopropanol enthalten ist (z.B. Nagellackentferner und Desinfektionsmittel). Ich selbst würde vermutlich Isopropanol in möglichst reiner Form verwenden – das gibt es z.B. hier: https://amzn.to/2HI1FaM (*). Brennspiritus ist ja auch ein Alkohol und funktioniert auch – soll jedoch etwas weniger aggressiv sein (und wäre mein Mittel der Wahl bei Resin).
      – Neben dem Material des Modell und des verwendeten Mittels spielt auch die Einsatzweise eine wichtige Rolle. Metallmodelle kannst du problemlos stunden- oder tagelang einweichen. Bei Resinmodellen hingegen wäre ich sehr vorsichtig und würde eher versuchen das Mittel mit Schwamm oder Q-Tipp aufzutupfen und das Modell mehr oder weniger nur feucht zu halten. Der Weg für Plastikmodelle liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Ich würde vermutlich ein Testmodell erst einmal komplett im Mittel versenken und dann immer mal wieder herausnehmen und gucken, wie viel Farbe ich z.B. mit einer alten Zahnbürste abputzen kann.

      Zu deiner 2. Frage: Wenn die Farbe wirklich komplett eingetrocknet ist, dann ist sie nicht mehr zu retten. Letztendlich verhält es sich mit ihr ja genauso, wie mit der Farbe, die schon auf unsere Modelle gepinselt wurde und getrocknet ist. Die Flüssigkeit ist verflogen und das Bindemittel in der Farbe hat seinen Job gemacht und die Farbpigmente an das Gefäß ge- und miteinander verbunden.
      Sollte die Farbe aber noch eine gel- oder auch pastenartige Konsistenz aufweisen, dann kann man einfach wieder etwas Lösungsmittel (also im Falle von Acrylfarben einfach nur Wasser) hinzugeben, dieses eine ganze Zeit lang in die Farbe einrühren und anschließend noch eine Weile schütteln (die Hinzugabe einer Agitatorkugel (*) könnte ebenfalls hilfreich sein). Beim Einsatz dieser Farbe solltest du unbedingt mit einer Palette arbeiten, damit du immer rechtzeitig siehst, ob sich vielleicht noch kleine Klümpchen in der Farbe befinden.
      Viele Grüße zurück!

      1. Danke für die schnelle Beantwortung meiner Fragen.

        Von meinen alten Citadel-Farben konnte ich gestern immerhin 8 von 11 Inks retten. Die restlichen 59 Farben und 3 Inks werde ich wohl oder übel entsorgen müssen. Naja, die sind ja auch schon etwas 15 Jahre alt…

  4. Servus,

    ich wollte etwas zu den ganze alten GW Farben sagen. Ich habe auch noch die alten Farben, also die allerersten Farben, die Citadel jemals rausgebracht hat. So tolle Farbtöne wie Woodland Green und Snakebite Leather sind da noch dabei. Ich habe das Starter Set mir damals vor 30 Jahren gekauft und die Farben benutze ich immer noch. Das bedeutet zum einen, das ich nicht viel Male (über 20 Jahre Pause dazwischen), zum anderen das die allerersten Farbdosen einfach unschlagbar gut waren. Weil niemals in all der Zeit mir eine Farbe auch nur annähernd eingetrocknet ist. Deswegen rate ich jedem dazu seine Citadel Farben umzufüllen. Entweder in die Tröpfchenflaschen wie Army Painter und Vallejo haben, oder aber (wie ich) in die bewährten alten Citadel Döschen, diese hier: https://www.pk-pro.de/TS-Farbtopf-20mL-1x

    Zum entfärben kann ich bestätigen das Steriliuim sehr gut funktioniert und zwar bei allen Materialien. Also egal ob Metall, Plastik oder Resin, damit geht die Farbe recht gut runter und man kann auch Resin Minis tagelang einweichen darin, ohne das sie sich auflösen. Ich habe festgestellt das Sterilium in Kombination mit einem Ultraschallreinigungsgerät Wunder wirken kann.

    Ich hoffe ich konnte auch ein wenig was beitragen zu dem Thema.

    Davon abgesehen, Bemalmini, finde ich deinen Blog Klasse aber das sagte ich ja schonmal 😉

    Grüße

    Garbosch

    1. Hi Garbosch,

      Lob höre ich mir auch gerne mehr als einmal an. 😉

      Vielen Dank auf jeden Fall für deine Hinweise. Ja, die alten GW Farben habe ich auch noch – zumindest ein paar Töpfchen. Ich werde demnächst noch ein paar Ergänzungen in diesen Artikel einfügen und dann wohl auch gleich deinen Link mit den Artikel direkt einbauen. Ich habe auch noch von anderer Seite einen sinnvollen Ergänzungsvorschlag erhalten. Spätestens wenn ich die Kontrast Farben von GW getestet habe, muss ich ja an den Artikel ohnehin noch mal ran.

      Viele Grüße
      Bemalmini

  5. Ich habe heute noch zwei Ergänzungen zu diesem Artikel vorgenommen:
    1. eine Anmerkung zur Übersetzungsproblematik bei Washes und Inks (vielen Dank an Beetlemeier aus der https://www.gw-fanworld.net für den entsprechenden Hinweis)
    2. eine Einordnung der Contrast Farben

    1. Wie ist den deine Meinung/Erfahrung mit dem Bemalen von Miniaturen bei hohen Temperaturen?
      Ich persönlich habe trotz Nasspalette häufiger das Problem, dass mir die Farben Oberflächlich antrocknen oder sich schnell voneinander trennen. Auch stark verdünnte Farben trennen sich sehr schnell und „zerbrechen“ in regelrecht in eine Pfütze mit am „Grund“ liegenden Farbpartikeln.

      1. Ja, das Wetter spielt tatsächlich eine Rolle. Eine Nasspalette ist dabei schon mal ein gutes Hilfsmittel, aber wenn es richtig heiß ist, kann man mit ihr auch nicht alles ausgleichen. Spätestens, wenn die Farbe auf dem Pinsel ist, spielt die Palette ohnehin keine große Rolle mehr.
        Den Effekt mit der schnelleren Trennung von stark verdünnten Farben hatte ich bisher noch nicht. Ich werde das aber in nächsrer Zeit mal beobachten.
        Wenn es heiß ist, gehe ich selbst in der Regel in den Keller, aber das ist ja nun auch nicht für jeden eine Möglichkeit.

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